Der Pokal
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Der Pokal


Zählt man auch die Saison 1897/98 dazu, die noch nicht als offizielle Schweizer Fussball-Meisterschaft ausgetragen wurde, wurde bis zum Abschluss der Spielzeit 2009/10 in der Schweizer Liga insgesamt 112 Mal ein Meisterpokal überreicht. In den Annalen fehlt einzig in der Saison 1922/23 der Name eines Klubs - dem FC Bern wurde damals die Meisterschaft aberkannt. Die folgenden fünf Pokale kamen in dieser Zeit zum Einsatz.

Seit der Gründung der National-Liga im Jahr 1933 wird die Schweizer Meisterschaft in einer Einheitsmeisterschaft mit Dauerwettbewerb ausgetragen. Davor war der Fussball-Meister in Finalspielen der drei regionalen Gruppensieger erkoren worden. Als erster Klub gewannen die Berner Young Boys drei Meistertitel in Folge (1908/09, 1909/10 und 1910/11). Damit ging die erste Trophäe (Abbildung links) definitiv in den Besitz der Hauptstädter über - und kann heute im YB-Museum im Berner Stade de Suisse Wankdorf besichtigt werden.

Der neue Pokal gewann in der darauf folgenden Saison der FC Aarau. Die ebenfalls wieder in goldener Farbe gehaltene zweite Trophäe trat anschliessend ihren langen Weg durch unzählige Klubvitrinen an, bis er 1959 ebenfalls wieder im Berner Wankdorfstadion blieb. Erneut feierten die Young Boys den Titelhattrick und durften bereits den zweiten Pokal im eigenen Besitz behalten (Abbildung unten rechts).

Auf dem Pokal fehlt die Gravur für die Saison 1922/23. Dem FC Bern wurde der Titel des Schweizer Meisters nachträglich aberkannt, weil sein Torhüter Zorzotti im Spiel gegen den FC Basel keinen gültigen Spielerpass besessen hatte. Der Titelträger blieb vakant, weil es auch bei anderen Spielen zu Unregelmässigkeiten gekommen war und keine Zeit mehr für Wiederholungsspiele blieb, denn die neue Saison war bereits im Gange. 

Auch dieser zweite Pokal der Schweizer Fussballmeisterschaften kann im YB-Museum bewundert werden. Als Zugabe fügte der BSC YB in der Saison 1959/60 einen vierten Meistertitel in Serie hinzu, was vorher und nachher keinem Schweizer Klub gelungen ist. Bei diesem vierten Titel am Ende der Saison 1959/60 stemmte der YB-Captain bereits den neuen, den dritten «Kübel» in die Höhe.

Dieses Exemplar wechselte nach einem längeren Abstecher in die Romandie in den frühen Sechzigerjahren rege seinen Besitzer - meist von Basel nach Zürich und zurück. In dieser Epoche feierte der FCB fünf Meistertitel, der FCZ deren sechs. Zwischen 1968/69 und 1972/73 gewannen die Basler zwar vier von fünf Titel - allerdings nie drei in Serie, denn ausgerechnet 1970/71 kamen ihnen die Zürcher Grasshoppers in die Quere.

Schliesslich war es 1976 der FC Zürich, dem es als zweitem Klub in der Geschichte des Schweizer Fussballs gelang, drei Titel in Folge zu ergattern. Seither ist auch der FCZ im stolzen Besitz eines Schweizer Meisterpokals (Abbildung links).

Die kürzeste Lebensgeschichte hat der vierte Pokal in der Geschichte der Schweizer Liga zu erzählen. Bereits nach acht Austragungen gelang es 1984 dem Rekordmeister Grasshopper Club Zürich, die dritte Meisterschaft in Folge zu seinen Gunsten zu entscheiden. Dazwischen war es nur dem FC Basel, Servette und dem FC Zürich vergönnt, den Pokal für ein Jahr zu bestaunen.

Seit 1984 trohnt der goldene Becher (Abbildung rechts) definitiv im Stammlokal der «Hoppers» in der Altstadt von Zürich. Die kurze «Einsatzzeit» der Trophäe führte bei der damaligen National-Liga zu einem Umdenken und es wurde beschlossen, künftig den Meisterpokal als Wanderpreis zu vergeben. Bis heute ist nicht mehr vorgesehen, dass der «Kübel» definitiv in den Besitz eines Klubs übergeht.

Allerdings gelang es seit 1985 auch keinem Klub, drei Titel in Serie zu gewinnen. Den momentan eingesetzten fünften Pokal durften bisher die Grasshoppers (7x), der FC Basel (6x), der FC Zürich (3x), Servette Genf (3x), Neuchâtel Xamax (2x), der FC Sion (2x) und je einmal die Young Boys, der FC Luzern, der FC Aarau und der FC St. Gallen in die Höhe stemmen.

Die Details zum heutigen Meisterpokal:

Hersteller: Firma Jezler in Schaffhausen
Material: Silber AG 925, zusätzlich komplett vergoldet
Wert: ca. 50'000 Schweizer Franken
Herstellungsjahr: 1985
Masse Pokal: 460mm breit, 480mm hoch, 3.10 kg schwer
Masse Sockel: 120mm hoch, 2.75 kg schwer
Masse total: 460mm breit, 600mm hoch, 5.85 kg schwer 

Palmarès

 Die Titelgewinner seit der Saison 1897/98 in der Übersicht:

Grasshopper-Club Zürich 27 Titel
Servette FC 17 Titel
FC Basel 14 Titel
FC Zürich 12 Titel

BSC Young Boys

11 Titel
Lausanne-Sports 7 Titel
FC Aarau
FC La Chaux-de-Fonds
FC Lugano
FC Winterthur
3 Titel

Neuchâtel Xamax
FC Sion
FC St. Gallen

2 Titel

Anglo-American FC ZH
AC Bellinzona
FC Biel
SC Brühl St. Gallen
Cantonal Neuchâtel FC
FC Luzern
FC Etoile-Sporting ChdF

1 Titel

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