Marco weiss (nicht), was er will ...
von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter (19.07.2010)
Der noch rüstige Grossvater meint, Turnen sei noch immer was für den ganzen Körper. Er sei das lebendige Beispiel: Frisch, fröhlich (jeden Tag ein Witz) und frei. Nur das Fromme habe er im Lauf der Jahre auf seine Weise und sehr individuell zu interpretieren gelernt. Unihockey sei auch noch was; so lerne Marco (neunjährig; die Familie berät gerade, in welchen Sport sie den Filius schicken soll) schon früh, mit einem Stock umzugehen. Er, Grossvater, hab dies erst mit 78 lernen müssen, allerdings aus anderen Gründen: Die Hüfte macht Schwierigkeiten.
Marcos Papa sieht seine Gen-Ablage auf alle Fälle in einem Kampfsport. Es sei gerade in der heutigen Zeit wichtig, sich schon früh durchsetzen zu lernen; ihm würde Eishockey gefallen. Der Mutter hingegen ist wichtig, dass die koordinativen Fähigkeiten geschult würden; sie tendiert eher auf Tischtennis. Mit diesem Pingpong, kontert Grossvater, werde der Kleine nur nervös.
Des Weiteren werden in Betracht gezogen: Schwingen (Vater meint, das sei «zu ländlich»), Leichtathletik (Mutter: «Schnell rennen kann er»), Schwimmen (die Schwester: «Im Sternzeichen Fisch geboren, muss er dies nicht mehr lernen») und Schach (Grossvater: «Das ist gar kein Sport»). Marco selbst hat eine kleine Affinität zum Tennis, weil er Rotscher so cheibe gut findet, wie der den Ball übers Netz spediert.
Bevor die Wahl zur unlösbaren Qual mutiert, wird beschlossen: Marco wird zum Fussball, zum Tennis und zum Turnen angemeldet. Der Filius freut sich: «Toll – dort sind alle meine Freunde mit dabei». Und gibt damit preis, was ihm wichtig ist: Nur dieses einfache Dabeisein. Die Sportart, über die so lange diskutiert wurde, ist nebensächlich. Und vermutlich geht es Marcos Freunden ähnlich: In jungen Jahren ist das Leben ein einziges, miteinander zu erlebendes Ausprobieren. |