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Schweizerischer Fussballverband - Gianni Infantino kennt "Good Governance"

Gianni Infantino kennt "Good Governance"


Niemand zweifelt daran, dass die UEFA und deren Mitgliederverbände Ende Woche bestätigen werden, dass sie UEFA Generalsekretär Gianni Infantino als FIFA-Präsident portieren werden. SFV-Präsident und UEFA-Exko-Mitglied Peter Gilliéron erklärt dazu die Hintergründe.

SFV-Präsident und UEFA-Exko-Mitglied Peter Gilliéron. (Keystone)
SFV-Präsident und UEFA-Exko-Mitglied Peter Gilliéron. (Keystone)

Peter Gilliéron, welche Gründe sprechen gemäss Ihrer Ansicht als Mitglied des UEFA-Exekutiv-Komitees am deutlichsten für Infantino?

Peter Gilliéron: Gianni Infantino hat profunde Kenntnisse nicht nur des europäischen, sondern des Weltfussballs. Er verfügt als langjähriger Generalsekretär der UEFA zudem über Managementerfahrung, wie sie für die FIFA in der lancierten Phase der Re-Organisation nur von Vorteil sein kann.

Welche Haltung nimmt der von Ihnen präsidierte Schweizerische Fussballverband ein? Übernimmt der SFV einfach die Empfehlung der UEFA?

Peter Gilliéron: Der Schweizerische Fussballverband zieht mit den anderen europäischen Verbänden mit, das ist richtig. Aber nicht, weil wir als Mitglied der UEFA einfach die Empfehlung der UEFA befolgen, sondern weil wir der Überzeugung sind, den besten Kandidaten zu unterstützen.

Warum äussert sich der SFV jetzt so klar, während Sie bei Blatters letzter Wiederwahl bis heute nie sagten, ob Sie für oder gegen ihn gestimmt haben?

Peter Gilliéron: Weil die Ausgangslage eine ganz andere ist. Die Wahl am FIFA-Kongress vom 26. Februar in Zürich wird zwar wiederum auf Grund einer geheimen Abstimmung erfolgen, aber diesmal wird die UEFA eine klare Position einnehmen, einen Kandidaten voll unterstützen und eben Gianni Infantino zur Wahl empfehlen.

Dieser ist in der grossen Öffentlichkeit ein relativ unbeschriebenes Blatt: Wie erleben Sie ihn, seine Arbeit bei der UEFA? Was spricht aus Ihrer persönlichen Sicht am deutlichsten für die Wahl von Infantino zum FIFA-Präsidenten?

Peter Gilliéron: Der FIFA-Präsident muss in erster Linie gut sein; ob er in der Öffentlichkeit bekannt ist, ist Nebensache. Zusätzlich zu meiner Antwort auf die erste Frage füge ich gerne und mit Überzeugung noch an: Gianni Infantino kennt den Begriff «Good Governance» nicht nur vom Hörensagen.

Wie realistisch ist Ihrer Meinung nach, dass wiederum ein Europäer die FIFA präsidieren wird? 

Peter Gilliéron: Ich gebe die gleiche Antwort, wie wenn ich im Voraus nach dem möglichen Ausgang eines Spiels befragt werde: Ich gebe keine Prognosen ab, da ich Präsident und nicht Prophet bin. Aber so sehr ich mich auf den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino freuen würde: Sein Wegzug von Nyon wäre ein grosser Verlust für die UEFA.

In seinem Wahlkampf sorgt er rund einen Monat vor dem FIFA-Wahl-Kongress mit einer neuen Idee betreffend WM-Endrunde für Aufsehen, mit 40 Teilnehmern und in 2 oder gar mehr Ländern…

Peter Gilliéron: Das zeigt nur, wie gut er die Zeichen der Zeit erkannt hat. Die Austragung in zwei Ländern kennt die UEFA ja schon länger. Wir hatten die EURO 2000 in Holland und Belgien, 2008 in Österreich und der Schweiz, 2012 in Polen und der Ukraine. Die FIFA wagte sich bisher erst einmal, 2002 in Japan und Südkorea, auf derlei Terrain. Die 40 statt wie in Brasilien 32 Teilnehmer eröffnen Europa die Option auf zusätzliche Startplätze. Das lässt klar erkennen, wie sehr Infantino bestrebt ist, dass an einer WM-Endrunde die besten Nationen der Welt vertreten sein können. Dagegen lässt sich ja kaum etwas sagen, oder?

(MvA)

    20.12.2013

    SFV-Highlights 2014