Aargauischer Fussballverband

Das gute Ganze nicht aus den Augen verlieren

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von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer „Fussball“-Szene sorgte in den letzten Tagen für zwei ziemlich negative Schlagzeilen. Zum einen machte am Samstag eine grosse Schweizer Boulevardzeitung Vorkommnisse nach der Aufstiegsfeier des FC Lenzburg im vergangenen Juni publik, wonach die Masseurin des Vereins im Rahmen der Feierlichkeiten mit einem Spieler sexuelle Handlungen praktiziert haben soll. Ein Mitglied der 1. Mannschaft soll diese dabei mit seinem Smartphone gefilmt haben, woraufhin die Vereinsleitung des FC Lenzburg die Masseurin per sofort freistellte.

Es ist in keinster Weise die Aufgabe des Aargauischen Fussballverbandes (AFV), das Privatleben der Spieler zu kommentieren, geschweige denn, es zu verurteilen. Im Zeitalter von iPhone, Facebook, WhatsApp und Co. werden die kleinsten Verfehlungen dokumentiert, quasi auf ewig festgehalten und in Windeseile verbreitet. Genau da liegt das „Pech“ der heutigen Generation: Jeder Fauxpas und jede noch so unüberlegte Handlung können dramatische Konsequenzen nach sich ziehen. Die ältere Generation war bestimmt alles andere als lammfromm – die Gefahr, via Handyfilmchen an den Pranger gestellt zu werden, drohte ihr jedoch nicht.

Weiter sorgte ein Zwischenfall in Baden während des Aargauer Derbys zwischen dem FC Baden und dem FC Muri für erhitzte Gemüter: Die Fans des FC Baden sollen unbemerkt in die Trinkflasche von Muri-Hüter Reto Felder uriniert haben, woraufhin dieser offenbar daraus getrunken hat.

Die beiden „Storys“ dominierten in den letzten Tagen die Schlagzeilen und beispielsweise die tollen Leistungen und Siege von Aarau und Wohlen rückten fast schon in den Hintergrund. Der AFV bedauert es zutiefst, dass das unflätige Verhalten Einzelner dazu führt, dass Vereine oder gar der ganze Fussball zunehmend in Verruf gebracht werden. Vergessen werden sollte dabei nicht, was unzählige Helferinnen und Helfer tagtäglich im Breitenfussball in Sachen Jugendarbeit, Integration und Fairplay leisten. In den 88 Vereinen des AFV wird stets mit unglaublich viel Herzblut gearbeitet.

Der Fussball soll weiterhin Freude bereiten und Menschen verschiedenster Herkunft und Gesellschaftsschichten zusammenbringen, so wie er das bereits seit mehreren Dekaden erfolgreich tut. Lassen wir uns unseren geliebten Sport nicht durch ein paar negative Schlagzeilen kaputt machen und behalten wir das gute Ganze stets im Auge.

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24.08.2018

Hattrick

Trailer "Kicker Talents"

07.11.2018

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten! In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 366 Mal im Netz, was im Schnitt ziemlich genau 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der überragende FC Kölliken zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter lauern aber 4 Teams innerhalb von 3 Zählern auf Ausrutscher der Kölliker – mitten im «Konzert der Grossen» spielt auch der verblüffende Aufsteiger aus Niederwil mit! Auch um den ominösen Strich liegt weiter alles ziemlich nahe beisammen. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur Hinrunde aus?
Meine persönliche Bilanz fällt aus sportlicher Sicht äusserst positiv aus. Ich konnte sehr vielen spannenden und hochstehenden Spielen beiwohnen. Für mich ist es zudem stets wichtig, dass die Spieler gesund durch die Saison kommen und dies ist bis auf wenige Ausnahmen auch den meisten gelungen. In der abgelaufenen Vorrunde hat uns natürlich auch der Wettergott in die Karten gespielt! Für jeden Fussballer ist es schöner, bei guten Terrainverhältnissen spielen und trainieren zu können und auch für uns Zuschauer ist es kein Nachteil (schmunzelt).

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Für viele Experten ist die Tabellenführung des FC Kölliken möglicherweise gar keine grosse Überraschung, da sich die Mannschaft mit «grossen Namen» verstärkt hat. Wer jedoch selber mal Spieler oder Trainer war, weiss, dass Namen alleine noch keine Garantie für Erfolg sind und es enorm wichtig ist, solche Spieler auch führen zu können. Dies macht Marco Wüst offenbar richtig gut, denn das gute Abschneiden dieser Vorrunde nur mit der hohen Qualität der Einzelspieler zu erklären ist mir dann doch zu einfach. Persönlich habe ich jedes Team mindestens zweimal spielen sehen und mir haben vor allem der FC Mutschellen und der FC Niederwil imponiert. In beiden Fällen zeigt sich eindrücklich, dass sich Kontinuität irgendwann mal auszahlt und deshalb kommen für mich die guten Leistungen dieser beiden Vereine keinesfalls überraschend. Doch etwas überraschend ist für mich die Spielweise von Suhr: Sie spielen möglicherweise den attraktivsten Fussball und hätten sie nicht einige klare Führungen zum Schluss noch aus der Hand gegeben, so wäre der Abstand zur Spitze viel kleiner. Für mich ist es zudem eine Überraschung, dass von den fünf Erstplatzierten in der Meisterschaft mit dem FC Klingnau nur ein Team im Viertelfinal des Axpo Aargauer Cups überwintern kann.                                                                        

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Natürlich wünscht man sich als WK-Präsident immer wieder Spannung an der Spitze und auch am ominösen Strich, doch für mich ist es viel wichtiger, dass die Spiele fair und ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen. Dafür verantwortlich sind wir Verbands-Funktionäre, die Schiedsrichter und in erster Linie die Akteure auf und neben dem Spielfeld. Hier wünsche ich mir vonseiten der Spieler und Trainer, trotz allen Emotionen, etwas mehr Gelassenheit und Verständnis gegenüber den Schiedsrichtern. Einige werden sich jetzt wohl denken: «Der Granzotto war ja als Spieler und Trainer auch nicht immer ein Heiliger und jetzt redet er solches Zeugs!» Jene haben vielleicht gar nicht mal ganz so unrecht, und doch betrachte ich das Ganze heute halt aus einer etwas anderen Optik. Schlussendlich sitzen wir aber alle im selben Boot und deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen wieder mit etwas mehr Respekt miteinander umgehen würden… Nicht nur im Fussball!

12.09.2018

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