Aargauischer Fussballverband

Kehren neue Besen wirklich gut?

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Von den insgesamt 14 Mannschaften der 2. Liga nahmen deren fünf die vor knapp zwei Wochen gestartete Spielzeit mit neuen Trainern in Angriff. Ein Blick auf die zugegebenermassen noch bedingt aussagekräftige Tabelle verrät dabei: Einzig der FC Windisch unter der Ägide des neuen Trainers Carmine Pascariello hat nach drei Spieltagen mit dem Punktemaximum einen erfolgreichen Saisonstart an den Tag gelegt.

Die restlichen Vereine mit neuen Trainern tummeln sich am Tabellenende; aus den drei ersten Spielen holten Mutschellen (8. Rang), Brugg (13.), Wettingen (9.) und Oftringen (14.) von jeweils neun möglichen Punkten im Schnitt nur deren 1,4 und können somit mit dem Saisonstart überhaupt nicht zufrieden sein.

Vor dem Spieltag am vergangenen Wochenende standen mit Oftringen und Wettingen zwei Teams nach zwei Pleiten zum Auftakt gar noch ohne Punkte da. Ihre neuen Trainer Beat Studer (Wettingen) und Luca Iodice (Oftringen) hatten sich den Saisonstart dabei ganz bestimmt anders vorgestellt. Immerhin konnte Studer mit seiner neuen Truppe am Samstag gegen Aufsteiger Menzo Reinach die ersten drei Punkte einfahren, während Iodices FCO weiter keinen Zähler auf dem Konto hat und am Tabellenende kleben bleibt.

Ein altes Sprichwort besagt: „Neue Besen kehren gut“ – will heissen: ein neuer Bediensteter ist besonders eifrig und fleissig; eine Neuerung kann viel bewirken; eine Neuerung bringt Vorteile. Im Fussballgeschäft soll ein Trainerwechsel neuen Schwung in den Verein bringen, vor der Saison ist er oft Startschuss zu einem radikalen Neuanfang. Eine neue Handschrift soll her, ein neues Spielsystem, neue Strukturen, neue Hierarchien.

Doch hat ein Trainerwechsel tatsächlich den gewünschten positiven Effekt? In der deutschen Bundesliga, laut einer Studie des Nachrichtenmagazins „Focus“, offenbar in der Mehrheit der Fälle schon. Dabei wurden kürzlich alle Trainerentlassungen der vergangenen zehn Spielzeiten untersucht. Demnach stieg bei 63 Prozent aller 81 Trainerentlassungen seit der Saison 2002/03 der Punktedurchschnitt pro Spiel einer Mannschaft an.

Bleibt aus Sicht der betroffenen Vereine in unserer 2. Liga also zu hoffen, dass der positive Effekt in naher Zukunft doch noch eintritt. Ansonsten könnte die Richtigkeit der „Besen-Redensart“ bald schon an einem neuen Mann an der Seitenlinie getestet werden.

Immerhin haben es alle bislang länger geschafft als der Xamax-Trainer François Ciccolini im Jahr 2011. Dieser wurde bereits am zweiten Spieltag, nach einer 0:2-Niederlage gegen Basel, vom damaligen skandalumwitterten Xamax-Besitzer Bulat Tschagajew gleich mit dem kompletten Trainerteam entlassen – rekordverdächtig. (http://www.srf.ch/player/tv/sportpanorama/video/fussball-basel-xamax-sportpanorama?id=f414e102-abeb-4a82-a0f8-fa86ead0e6e3)

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24.08.2018

Hattrick

Trailer "Kicker Talents"

07.11.2018

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten! In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 366 Mal im Netz, was im Schnitt ziemlich genau 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der überragende FC Kölliken zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter lauern aber 4 Teams innerhalb von 3 Zählern auf Ausrutscher der Kölliker – mitten im «Konzert der Grossen» spielt auch der verblüffende Aufsteiger aus Niederwil mit! Auch um den ominösen Strich liegt weiter alles ziemlich nahe beisammen. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur Hinrunde aus?
Meine persönliche Bilanz fällt aus sportlicher Sicht äusserst positiv aus. Ich konnte sehr vielen spannenden und hochstehenden Spielen beiwohnen. Für mich ist es zudem stets wichtig, dass die Spieler gesund durch die Saison kommen und dies ist bis auf wenige Ausnahmen auch den meisten gelungen. In der abgelaufenen Vorrunde hat uns natürlich auch der Wettergott in die Karten gespielt! Für jeden Fussballer ist es schöner, bei guten Terrainverhältnissen spielen und trainieren zu können und auch für uns Zuschauer ist es kein Nachteil (schmunzelt).

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Für viele Experten ist die Tabellenführung des FC Kölliken möglicherweise gar keine grosse Überraschung, da sich die Mannschaft mit «grossen Namen» verstärkt hat. Wer jedoch selber mal Spieler oder Trainer war, weiss, dass Namen alleine noch keine Garantie für Erfolg sind und es enorm wichtig ist, solche Spieler auch führen zu können. Dies macht Marco Wüst offenbar richtig gut, denn das gute Abschneiden dieser Vorrunde nur mit der hohen Qualität der Einzelspieler zu erklären ist mir dann doch zu einfach. Persönlich habe ich jedes Team mindestens zweimal spielen sehen und mir haben vor allem der FC Mutschellen und der FC Niederwil imponiert. In beiden Fällen zeigt sich eindrücklich, dass sich Kontinuität irgendwann mal auszahlt und deshalb kommen für mich die guten Leistungen dieser beiden Vereine keinesfalls überraschend. Doch etwas überraschend ist für mich die Spielweise von Suhr: Sie spielen möglicherweise den attraktivsten Fussball und hätten sie nicht einige klare Führungen zum Schluss noch aus der Hand gegeben, so wäre der Abstand zur Spitze viel kleiner. Für mich ist es zudem eine Überraschung, dass von den fünf Erstplatzierten in der Meisterschaft mit dem FC Klingnau nur ein Team im Viertelfinal des Axpo Aargauer Cups überwintern kann.                                                                        

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Natürlich wünscht man sich als WK-Präsident immer wieder Spannung an der Spitze und auch am ominösen Strich, doch für mich ist es viel wichtiger, dass die Spiele fair und ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen. Dafür verantwortlich sind wir Verbands-Funktionäre, die Schiedsrichter und in erster Linie die Akteure auf und neben dem Spielfeld. Hier wünsche ich mir vonseiten der Spieler und Trainer, trotz allen Emotionen, etwas mehr Gelassenheit und Verständnis gegenüber den Schiedsrichtern. Einige werden sich jetzt wohl denken: «Der Granzotto war ja als Spieler und Trainer auch nicht immer ein Heiliger und jetzt redet er solches Zeugs!» Jene haben vielleicht gar nicht mal ganz so unrecht, und doch betrachte ich das Ganze heute halt aus einer etwas anderen Optik. Schlussendlich sitzen wir aber alle im selben Boot und deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen wieder mit etwas mehr Respekt miteinander umgehen würden… Nicht nur im Fussball!

12.09.2018

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19.08.2014

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27.05.2014

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