Aargauischer Fussballverband

Penalty-Poker

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Denkwürdiges spielte sich am vergangenen Samstag auf dem Windischer Dägerli ab: Der mittlerweile in der restlichen 2.-Liga-Spielzeit relativ ambitionslose FC Windisch, Aargauer Cupfinalist vom Donnerstag, und der abstiegsbedrohte FC Koblenz standen sich gegenüber, als kurz vor Ablauf einer halben Stunde ein Pfiff ertönte - Schiedsrichter Marco Pace entschied auf Elfmeter für Koblenz. Doch Hasan Brkic sah seinen Versuch von Windisch-Hüter Shqiptar Hamdiu mirakulös pariert, bevor ein Windischer Verteidger den Nachschuss mit der Hand auf der Linie abwehrte - wieder ein Pfiff, wieder Elfmeter für Koblenz, wieder parierte Hamdiu! Diesmal hiess der Sünder Veton Bajrami.

Doch die Geschichte wird noch verrückter: Bereits im „Hinspiel“ beim 1:1 im Oktober vergangene Jahres auf der Koblenzer Eichhalde entschärfte Hamdiu den Elfmeter von Brkic, dem ersten Fehlschützen vom Samstag. „Er kam nach dem Schlusspfiff zu mir und fragte, ob ich tatsächlich schon wieder wusste, welche Ecke er wählen würde, was ich bejate“, schmunzelt Hamdiu. Im Gegensatz zur Partie in der Hinrunde nutze Hamdius Heldentat am Samstag aber nichts: Die Koblenzer fuhren den eminent wichtigen Sieg im Abstiegskampf trotz der zwei verschossenen Elfmeter dank einem Tor kurz vor Schluss doch noch ein.

Nichtsdestotrotz sind die zwei gehaltenen Elfmeter Hamdius nacheinander bemerkenswert. Als veritabler Elfmeterkiller sieht sich der 23-Jährige aber nicht wirklich, obwohl er zugibt: „Klar hielt ich immer mal wieder einen Elfmeter. Doch in letzter Zeit waren es doch einige. Vielleicht habe ich diese Seite von mir erst jetzt entdeckt.“

Der Zeitpunkt der Entdeckung dieser „neuen Seite“ könnte besser nicht sein. Am Donnerstag trifft Hamdius FC Windisch im Aargauer Cupfinal auf den FC Rothrist. Der Torwart würde sich dabei über einen allfälligen Elfmeterkrimi freuen: „Auch wenn es mir natürlich lieber wäre, wenn wir den Final in der regulären Spielzeit für uns entscheiden würden. Doch das Duell Mann gegen Mann aus 11 Metern hat für den Goalie etwas Gutes: Er kann nur gewinnen!“

Hamdiu verrät gar sein Erfolgsrezept: „Wenn der Schütze mit rechts schiesst, springe ich rechts, schiesst mit dem linken Fuss, entscheide ich mich für die linke Ecke“, erklärt der Kosovare. Er habe das in seiner Anfangszeit so gezeigt bekommen und wende diese ‚Regel’ zu 99 Prozent auch so an.“ Wissen die potenziellen Rothrister Elfmeterschützen vom Donnerstag nun damit also, wohin sie schiessen müssen, um sicher zu treffen? „Nein“, entgegnet Hamdiu energisch und fügt augenzwinkernd an: „Vielleicht entscheide ich mich im Final ja ausnahmsweise mal für die andere Ecke...“

Übrigens: Noch schlimmer als den Koblenzer Fehlschützen vom Samstag erging es dem Argentinischen Nationalspieler Martin Palermo. In einem Länderspiel der Copa America gegen Kolumbien am 4. Juli 1999 konnte er drei Elfmeter nicht verwerten. Diese „Leistung“ brachte ihn ins Guinness-Buch der Rekorde (https://www.youtube.com/watch?v=UNg1L5LNIkg) .

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24.08.2018

Hattrick

Trailer "Kicker Talents"

07.11.2018

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten! In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 366 Mal im Netz, was im Schnitt ziemlich genau 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der überragende FC Kölliken zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter lauern aber 4 Teams innerhalb von 3 Zählern auf Ausrutscher der Kölliker – mitten im «Konzert der Grossen» spielt auch der verblüffende Aufsteiger aus Niederwil mit! Auch um den ominösen Strich liegt weiter alles ziemlich nahe beisammen. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur Hinrunde aus?
Meine persönliche Bilanz fällt aus sportlicher Sicht äusserst positiv aus. Ich konnte sehr vielen spannenden und hochstehenden Spielen beiwohnen. Für mich ist es zudem stets wichtig, dass die Spieler gesund durch die Saison kommen und dies ist bis auf wenige Ausnahmen auch den meisten gelungen. In der abgelaufenen Vorrunde hat uns natürlich auch der Wettergott in die Karten gespielt! Für jeden Fussballer ist es schöner, bei guten Terrainverhältnissen spielen und trainieren zu können und auch für uns Zuschauer ist es kein Nachteil (schmunzelt).

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Für viele Experten ist die Tabellenführung des FC Kölliken möglicherweise gar keine grosse Überraschung, da sich die Mannschaft mit «grossen Namen» verstärkt hat. Wer jedoch selber mal Spieler oder Trainer war, weiss, dass Namen alleine noch keine Garantie für Erfolg sind und es enorm wichtig ist, solche Spieler auch führen zu können. Dies macht Marco Wüst offenbar richtig gut, denn das gute Abschneiden dieser Vorrunde nur mit der hohen Qualität der Einzelspieler zu erklären ist mir dann doch zu einfach. Persönlich habe ich jedes Team mindestens zweimal spielen sehen und mir haben vor allem der FC Mutschellen und der FC Niederwil imponiert. In beiden Fällen zeigt sich eindrücklich, dass sich Kontinuität irgendwann mal auszahlt und deshalb kommen für mich die guten Leistungen dieser beiden Vereine keinesfalls überraschend. Doch etwas überraschend ist für mich die Spielweise von Suhr: Sie spielen möglicherweise den attraktivsten Fussball und hätten sie nicht einige klare Führungen zum Schluss noch aus der Hand gegeben, so wäre der Abstand zur Spitze viel kleiner. Für mich ist es zudem eine Überraschung, dass von den fünf Erstplatzierten in der Meisterschaft mit dem FC Klingnau nur ein Team im Viertelfinal des Axpo Aargauer Cups überwintern kann.                                                                        

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Natürlich wünscht man sich als WK-Präsident immer wieder Spannung an der Spitze und auch am ominösen Strich, doch für mich ist es viel wichtiger, dass die Spiele fair und ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen. Dafür verantwortlich sind wir Verbands-Funktionäre, die Schiedsrichter und in erster Linie die Akteure auf und neben dem Spielfeld. Hier wünsche ich mir vonseiten der Spieler und Trainer, trotz allen Emotionen, etwas mehr Gelassenheit und Verständnis gegenüber den Schiedsrichtern. Einige werden sich jetzt wohl denken: «Der Granzotto war ja als Spieler und Trainer auch nicht immer ein Heiliger und jetzt redet er solches Zeugs!» Jene haben vielleicht gar nicht mal ganz so unrecht, und doch betrachte ich das Ganze heute halt aus einer etwas anderen Optik. Schlussendlich sitzen wir aber alle im selben Boot und deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen wieder mit etwas mehr Respekt miteinander umgehen würden… Nicht nur im Fussball!

12.09.2018

Josef Schmölzer

19.08.2014

Kecke Aufsteiger

27.05.2014

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