Aargauischer Fussballverband

11 Freunde müsst ihr sein

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die heutige Kolumne dreht sich ganz um den Mythos „Cup“. Ein Wettbewerb, bei dem sich die „Kleinen“ dieser Fussballwelt aufmachen, den „Grossen“ das Leben so schwer wie möglich zu machen – wie etwa in der  diesjährigen Kampagne des Axpo Aargauer Cups der Drittligist Spreitenbach, der bereits drei Zweitligisten eliminiert hat und am heutigen Dienstagabend beim Halbfinal-Heimspiel gegen Zweitligist Windisch sogar den Einzug in den Cupfinal in Brugg schaffen kann.

Neben „Das Runde muss ins Eckige“ und „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ gibt es eine weitere unumstössliche Fussballregel: „Der Cup hat seine eigenen Gesetze.“ Dieser Satz wird immer dann angewandt, wenn ein Favorit gegen einen Verein aus den unteren Ligen ausscheidet. Er ist also Synonym dafür, dass es beim Cup-Wettbewerb immer wieder zu unerwarteten Spielergebnissen kommen kann.

Diese Phrase, die so alt wie König Fussball selbst zu sein scheint, bewahrheitet sich jedes Jahr aufs Neue. Favoriten straucheln, Underdogs schaffen das schier Unmögliche und schon entschieden geglaubte Spiele werden gedreht. In diesen Cupfights ist so vieles anders: Für einmal zählen keine Tabellenkonstellationen und keine Torverhältnisse – es zählt einzig und allein das Hier und Jetzt an diesem Tag X. Die Konzentration liegt voll und ganz auf jenen 90 oder gar 120 Minuten, die über Sein oder Nichtsein entscheiden. Oft werden taktische Fesseln gelöst, spektakuläre Cupdramen entwickeln sich und begeistern die Zuschauer – „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ gilt für einmal nicht.

Doch wieso eigentlich ereignen sich Jahr für Jahr immer wieder dicke Cup-Sensationen? Ein Grund hierfür ist sicher, dass die Spieler der Oberklassigen die Aussenseiter oft unterschätzen, selbst wenn die Trainer scheinbar nimmermüde davor warnen. Fussball ist eben letztlich doch ein Spiel, bei dem Teamgeist und Zusammenhalt zum Erfolg führen – und dieses „Teamplay“ ist nicht selten bei Amateurklubs grösser. Da will sich kein Einzelspieler durch eine eigene Glanzleistung in den Mittelpunkt spielen wie beispielsweise ein Cristiano Ronaldo bei Real Madrid. Vielmehr steht das Ziel der Mannschaft im Vordergrund. Elf Freunde müsst ihr sein.

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24.08.2018

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07.11.2018

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten! In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 366 Mal im Netz, was im Schnitt ziemlich genau 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der überragende FC Kölliken zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter lauern aber 4 Teams innerhalb von 3 Zählern auf Ausrutscher der Kölliker – mitten im «Konzert der Grossen» spielt auch der verblüffende Aufsteiger aus Niederwil mit! Auch um den ominösen Strich liegt weiter alles ziemlich nahe beisammen. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur Hinrunde aus?
Meine persönliche Bilanz fällt aus sportlicher Sicht äusserst positiv aus. Ich konnte sehr vielen spannenden und hochstehenden Spielen beiwohnen. Für mich ist es zudem stets wichtig, dass die Spieler gesund durch die Saison kommen und dies ist bis auf wenige Ausnahmen auch den meisten gelungen. In der abgelaufenen Vorrunde hat uns natürlich auch der Wettergott in die Karten gespielt! Für jeden Fussballer ist es schöner, bei guten Terrainverhältnissen spielen und trainieren zu können und auch für uns Zuschauer ist es kein Nachteil (schmunzelt).

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Für viele Experten ist die Tabellenführung des FC Kölliken möglicherweise gar keine grosse Überraschung, da sich die Mannschaft mit «grossen Namen» verstärkt hat. Wer jedoch selber mal Spieler oder Trainer war, weiss, dass Namen alleine noch keine Garantie für Erfolg sind und es enorm wichtig ist, solche Spieler auch führen zu können. Dies macht Marco Wüst offenbar richtig gut, denn das gute Abschneiden dieser Vorrunde nur mit der hohen Qualität der Einzelspieler zu erklären ist mir dann doch zu einfach. Persönlich habe ich jedes Team mindestens zweimal spielen sehen und mir haben vor allem der FC Mutschellen und der FC Niederwil imponiert. In beiden Fällen zeigt sich eindrücklich, dass sich Kontinuität irgendwann mal auszahlt und deshalb kommen für mich die guten Leistungen dieser beiden Vereine keinesfalls überraschend. Doch etwas überraschend ist für mich die Spielweise von Suhr: Sie spielen möglicherweise den attraktivsten Fussball und hätten sie nicht einige klare Führungen zum Schluss noch aus der Hand gegeben, so wäre der Abstand zur Spitze viel kleiner. Für mich ist es zudem eine Überraschung, dass von den fünf Erstplatzierten in der Meisterschaft mit dem FC Klingnau nur ein Team im Viertelfinal des Axpo Aargauer Cups überwintern kann.                                                                        

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Natürlich wünscht man sich als WK-Präsident immer wieder Spannung an der Spitze und auch am ominösen Strich, doch für mich ist es viel wichtiger, dass die Spiele fair und ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen. Dafür verantwortlich sind wir Verbands-Funktionäre, die Schiedsrichter und in erster Linie die Akteure auf und neben dem Spielfeld. Hier wünsche ich mir vonseiten der Spieler und Trainer, trotz allen Emotionen, etwas mehr Gelassenheit und Verständnis gegenüber den Schiedsrichtern. Einige werden sich jetzt wohl denken: «Der Granzotto war ja als Spieler und Trainer auch nicht immer ein Heiliger und jetzt redet er solches Zeugs!» Jene haben vielleicht gar nicht mal ganz so unrecht, und doch betrachte ich das Ganze heute halt aus einer etwas anderen Optik. Schlussendlich sitzen wir aber alle im selben Boot und deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen wieder mit etwas mehr Respekt miteinander umgehen würden… Nicht nur im Fussball!

12.09.2018

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