Aargauischer Fussballverband

David P. gegen Goliat W.

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Seit der Saison 2012/13 coacht David Pallas den Aargauer Zweitligisten Oftringen, wobei er als Spielertrainer fungiert (Pallas: „Ich helfe, wenn Not am Mann ist“). Seine erste Spielzeit schloss der schweizerisch-spanische Doppelbürger mit seiner Mannschaft im gesicherten Mittelfeld auf Rang 8 ab, doch die aktuelle Saison ist bislang von einigen Problemen geprägt. Die Westaargauer mussten nach der Hinrunde mit lediglich 7 Punkten aus 14 Spielen Weihnachten mit der rote Laterne unter dem Baum feiern. „Das Glück war uns oft nicht hold“, betont Pallas.

Der heute 34-Jährige kann auf eine erfolgreiche Karriere als Profifussballer zurückblicken: Neben Thun (2005) und dem damaligen Bundesligisten Bochum (2005–2007) war der FC Zürich zwischen 2001 und 2005 sein Arbeitgeber, bei welchem der Rechtsverteidiger insgesamt in 72 Spielen die Seitenlinie in seiner unnachahmlichen Art rauf und runter sprintete. Ebendieser FC Zürich musste am vergangenen Sonntag trotz klarer Favoritenrolle gegen das Super-League-Schlusslicht aus Lausanne eine bittere 0:3-Heimklatsche einstecken.

In der Rolle des krassen Aussenseiters einem scheinbar überlegenen Gegner gegenüber stand am selben Wochenende Pallas mit seinem FCO. Aufstiegskandidat Wettingen gastierte dabei beim Tabellenletzten auf dem Imfeld. Doch mit Pallas in der Innenverteidigung hielt Oftringen wacker mit und erzielte rund zehn Minuten vor Schluss durch Claudio Nocita gar den umjubelten 1:0-Siegtreffer – die Überraschung war perfekt und die Pallas-Truppe konnte die rote Laterne an Küttigen abtreten.

Zur Vorbereitung dieses Spiels griff Pallas ein Zitat von Real-Madrid-Trainer Carlo Ancelotti auf: „Ob Löwe oder Gazelle, rennen müssen beide, denn schlussendlich wollen sie dasselbe: überleben!“ Pallas weiss um die Bedeutung dieses Zitats für seine Mannschaft: „In unserer Situation gibt es eben wirklich nur eines: überleben!“. Gegen Wettingen schienen seine  Spieler dann auch tatsächlich um ihr Leben zu rennen. „Die Jungs waren aufsässiger und giftiger als der Gegner, was schlussendlich den Ausschlag für den Sieg gab“, meint der Spielertrainer stolz.

Pallas misst lediglich 1,69 Meter. Doch kommt es im Fussball wirklich auf die Grösse an? In gewissem Sinne schon, das bewies Pallas bereits während seiner Profizeit: Wenn die Davids dieser Welt gegen die Goliaths antreten, zählt meist nur die Grösse – und zwar die des Herzens. Das war schon in biblischen Zeiten so, etwa als einst der klare Favorit (die Philister) in der 90. Minute vom klaren Aussenseiter (den Israeliten) durch einen wuchtigen Kopfball in den Winkel besiegt wurde – wohl der berühmteste „Köpfer“ der Weltgeschichte. (Spielbericht nachzulesen in 1. Samuel 17, 41–54, http://www.bibleserver.com/text/EU/1.Samuel17)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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24.08.2018

Hattrick

Trailer "Kicker Talents"

07.11.2018

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten! In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 366 Mal im Netz, was im Schnitt ziemlich genau 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der überragende FC Kölliken zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter lauern aber 4 Teams innerhalb von 3 Zählern auf Ausrutscher der Kölliker – mitten im «Konzert der Grossen» spielt auch der verblüffende Aufsteiger aus Niederwil mit! Auch um den ominösen Strich liegt weiter alles ziemlich nahe beisammen. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur Hinrunde aus?
Meine persönliche Bilanz fällt aus sportlicher Sicht äusserst positiv aus. Ich konnte sehr vielen spannenden und hochstehenden Spielen beiwohnen. Für mich ist es zudem stets wichtig, dass die Spieler gesund durch die Saison kommen und dies ist bis auf wenige Ausnahmen auch den meisten gelungen. In der abgelaufenen Vorrunde hat uns natürlich auch der Wettergott in die Karten gespielt! Für jeden Fussballer ist es schöner, bei guten Terrainverhältnissen spielen und trainieren zu können und auch für uns Zuschauer ist es kein Nachteil (schmunzelt).

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Für viele Experten ist die Tabellenführung des FC Kölliken möglicherweise gar keine grosse Überraschung, da sich die Mannschaft mit «grossen Namen» verstärkt hat. Wer jedoch selber mal Spieler oder Trainer war, weiss, dass Namen alleine noch keine Garantie für Erfolg sind und es enorm wichtig ist, solche Spieler auch führen zu können. Dies macht Marco Wüst offenbar richtig gut, denn das gute Abschneiden dieser Vorrunde nur mit der hohen Qualität der Einzelspieler zu erklären ist mir dann doch zu einfach. Persönlich habe ich jedes Team mindestens zweimal spielen sehen und mir haben vor allem der FC Mutschellen und der FC Niederwil imponiert. In beiden Fällen zeigt sich eindrücklich, dass sich Kontinuität irgendwann mal auszahlt und deshalb kommen für mich die guten Leistungen dieser beiden Vereine keinesfalls überraschend. Doch etwas überraschend ist für mich die Spielweise von Suhr: Sie spielen möglicherweise den attraktivsten Fussball und hätten sie nicht einige klare Führungen zum Schluss noch aus der Hand gegeben, so wäre der Abstand zur Spitze viel kleiner. Für mich ist es zudem eine Überraschung, dass von den fünf Erstplatzierten in der Meisterschaft mit dem FC Klingnau nur ein Team im Viertelfinal des Axpo Aargauer Cups überwintern kann.                                                                        

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Natürlich wünscht man sich als WK-Präsident immer wieder Spannung an der Spitze und auch am ominösen Strich, doch für mich ist es viel wichtiger, dass die Spiele fair und ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen. Dafür verantwortlich sind wir Verbands-Funktionäre, die Schiedsrichter und in erster Linie die Akteure auf und neben dem Spielfeld. Hier wünsche ich mir vonseiten der Spieler und Trainer, trotz allen Emotionen, etwas mehr Gelassenheit und Verständnis gegenüber den Schiedsrichtern. Einige werden sich jetzt wohl denken: «Der Granzotto war ja als Spieler und Trainer auch nicht immer ein Heiliger und jetzt redet er solches Zeugs!» Jene haben vielleicht gar nicht mal ganz so unrecht, und doch betrachte ich das Ganze heute halt aus einer etwas anderen Optik. Schlussendlich sitzen wir aber alle im selben Boot und deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen wieder mit etwas mehr Respekt miteinander umgehen würden… Nicht nur im Fussball!

12.09.2018

Josef Schmölzer

19.08.2014

Kecke Aufsteiger

27.05.2014

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