Aargauischer Fussballverband

Manuel Calvo (FC Suhr)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Der FC Suhr hat aktuell das, was man im Sport-Jargon einen «Lauf» nennt: Das 4:1 gegen den amtierenden Cupsieger aus Klingnau war wettbewerbsübergreifend der 6. Sieg in Folge, zuletzt konnte man mit Rothrist, Niederwil und eben Klingnau gleich 3 Spitzenteams nacheinander bezwingen – in der Meisterschaft liegen die Westaargauer damit nach doch eher mässigem Saisonstart bereits auf Rang 4. Seit dieser Saison an der Seitenlinie der Suhrer steht Manuel Calvo, der als Spieler des FC Aarau um die Jahrtausendwende 19 Einsätze in der Super League bestritt. Nach dem souveränen Sieg über Klingnau stellte sich der 37-Jährige den «drei ???».

1. Manuel Calvo, Ihre Mannschaft verschoss gegen Klingnau nach einer halben Stunde einen Elfmeter, nachdem man kurz zuvor den 1:1-Ausgleich kassiert hatte, um 30 Sekunden nach dem Fehlschuss doch noch 2:1 in Führung zu gehen. Was ging Ihnen nach dieser turbulenten Phase durch den Kopf?
Ein Elfmeter sollte natürlich immer reingehen, ganz klar. Nichtsdestotrotz reagierten wir hervorragend und trafen kurz darauf durch Ahmet Ceker, der den Elfmeter verschossen hatte, doch noch zum 2:1, was uns natürlich ungemein Auftrieb gab. Wieder bekamen die Zuschauer auf der Hofstattmatte Spektakel geboten, ganz kurz erinnerte ich mich an das 4:4 zuhause gegen Aarau 2, als wir in den letzten 10 Minuten eine 4:0-Führung noch verspielt hatten. Rückblickend war dieses 4:4 aber eine Art Kehrtwende, denn seit diesem Tag haben wir alle 6 darauffolgenden Pflichtspiele für uns entscheiden können. Ich habe nach diesem denkwürdigen Spiel mit der Mannschaft viel mental gearbeitet, was sich nun offensichtlich ausbezahlt.

2. Bis zum Start ihrer Siegesserie holten Sie aus den ersten 6 Partien lediglich 5 Punkte. Wie erklären Sie sich die markante Leistungssteigerung Ihrer Truppe?
Letzte Saison war eine schwierige für den FC Suhr. Man befand bis zuletzt tief in Abstiegskampf und konnte sich den Ligaerhalt nur dank eines Sieges in Gontenschwil in der letzten Runde sichern. Die Nachwehen der turbulenten letzten Saison waren bis zuletzt noch in den Knochen und Köpfen der Spieler, das habe ich gemerkt. Zudem haben wir Goran Antic und Dario Dussin nach Kölliken ziehen lassen müssen – wohl 2 der besten Spieler in der 2. Liga AFV. Trotzdem stimmten die Leistungen auf dem Platz auch bereits zu Saisonbeginn, das Mentale war eher das Problem. Da haben wir den Hebel angesetzt. Weiter verfüge ich über ein qualitativ hervorragendes Kader, da hat unser Sportchef tolle Arbeit geleistet.

3. Seit diesem Sommer sind Sie Trainer des FC Suhr. Wie haben Sie sich eingelebt und wo möchten Sie mit dem FCS diese Saison noch hin?
Ich war schon als aktiver Spieler beim FC Suhr tätig, von daher kenne ich sehr viele Leute, die Sportanlage und sogar noch einige Spieler, die mit mir zusammen gespielt haben. Der FC Suhr ist sicherlich ein spezieller Verein, eine Art «FC Hollywood», wo immer mal wieder grosse Spieler wie eben beispielsweise ein Goran Antic oder Dario Dussin hinwechseln. Das ist aber auch das Spannende an unserem Verein, der stark polarisiert, dem bin ich mir bewusst. Am Ende des Tages möchten wir uns aber auf Fussball konzentrieren, was uns aktuell ganz gut gelingt. Wenn wir diese Saison unter den «Top 5» abschliessen sollten, wären alle sehr zufrieden. Die letzten beiden Spiele vor der Winterpause gegen Lenzburg und Othmarsingen, die beide ebenfalls sehr gut in Form sind und je 4 Siege aneinanderreihten, könnten wegweisend werden.  

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24.08.2018

Hattrick

Trailer "Kicker Talents"

07.11.2018

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten! In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 366 Mal im Netz, was im Schnitt ziemlich genau 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der überragende FC Kölliken zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter lauern aber 4 Teams innerhalb von 3 Zählern auf Ausrutscher der Kölliker – mitten im «Konzert der Grossen» spielt auch der verblüffende Aufsteiger aus Niederwil mit! Auch um den ominösen Strich liegt weiter alles ziemlich nahe beisammen. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur Hinrunde aus?
Meine persönliche Bilanz fällt aus sportlicher Sicht äusserst positiv aus. Ich konnte sehr vielen spannenden und hochstehenden Spielen beiwohnen. Für mich ist es zudem stets wichtig, dass die Spieler gesund durch die Saison kommen und dies ist bis auf wenige Ausnahmen auch den meisten gelungen. In der abgelaufenen Vorrunde hat uns natürlich auch der Wettergott in die Karten gespielt! Für jeden Fussballer ist es schöner, bei guten Terrainverhältnissen spielen und trainieren zu können und auch für uns Zuschauer ist es kein Nachteil (schmunzelt).

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Für viele Experten ist die Tabellenführung des FC Kölliken möglicherweise gar keine grosse Überraschung, da sich die Mannschaft mit «grossen Namen» verstärkt hat. Wer jedoch selber mal Spieler oder Trainer war, weiss, dass Namen alleine noch keine Garantie für Erfolg sind und es enorm wichtig ist, solche Spieler auch führen zu können. Dies macht Marco Wüst offenbar richtig gut, denn das gute Abschneiden dieser Vorrunde nur mit der hohen Qualität der Einzelspieler zu erklären ist mir dann doch zu einfach. Persönlich habe ich jedes Team mindestens zweimal spielen sehen und mir haben vor allem der FC Mutschellen und der FC Niederwil imponiert. In beiden Fällen zeigt sich eindrücklich, dass sich Kontinuität irgendwann mal auszahlt und deshalb kommen für mich die guten Leistungen dieser beiden Vereine keinesfalls überraschend. Doch etwas überraschend ist für mich die Spielweise von Suhr: Sie spielen möglicherweise den attraktivsten Fussball und hätten sie nicht einige klare Führungen zum Schluss noch aus der Hand gegeben, so wäre der Abstand zur Spitze viel kleiner. Für mich ist es zudem eine Überraschung, dass von den fünf Erstplatzierten in der Meisterschaft mit dem FC Klingnau nur ein Team im Viertelfinal des Axpo Aargauer Cups überwintern kann.                                                                        

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Natürlich wünscht man sich als WK-Präsident immer wieder Spannung an der Spitze und auch am ominösen Strich, doch für mich ist es viel wichtiger, dass die Spiele fair und ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen. Dafür verantwortlich sind wir Verbands-Funktionäre, die Schiedsrichter und in erster Linie die Akteure auf und neben dem Spielfeld. Hier wünsche ich mir vonseiten der Spieler und Trainer, trotz allen Emotionen, etwas mehr Gelassenheit und Verständnis gegenüber den Schiedsrichtern. Einige werden sich jetzt wohl denken: «Der Granzotto war ja als Spieler und Trainer auch nicht immer ein Heiliger und jetzt redet er solches Zeugs!» Jene haben vielleicht gar nicht mal ganz so unrecht, und doch betrachte ich das Ganze heute halt aus einer etwas anderen Optik. Schlussendlich sitzen wir aber alle im selben Boot und deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen wieder mit etwas mehr Respekt miteinander umgehen würden… Nicht nur im Fussball!

12.09.2018

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