Aargauischer Fussballverband

Beat Studer (FC Wettingen)

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Der FC Wettingen hat sein Ziel erreicht und kehrt erstmals seit dem Abstieg in der Saison 2011/12 in die 2. Liga interregional zurück. Der dringend benötigte 3:1-Sieg gegen Aarau in der letzten Runde musste hart erdauert werden, umso ausgelassener feierte die Mannschaft nach dem feststehenden Aufstieg auf der altehrwürdigen Altenburg. Erfolgstrainer Beat Studer bewies im entscheidenden Spiel ein goldenes Händchen und stellte sich nach dem totalen Triumph den «drei ???».

1. Beat Studer, ihre Joker Souhel Muhi und Uliwabo Ephraim (Torschützen zum 2:1 und 3:1, Anm.d.Red.) stachen beide in der Schlussviertelstunde. Sind Sie auch ein wenig stolz auf sich selber?
Nein, überhaupt nicht. Vor allem der Entscheid, Muhi am Anfang draussen zu lassen, brauchte zwar etwas Mut, seine Leistungen in den letzten Spielen überzeugten mich jedoch nicht vollends. Über das ganze Jahr waren wir stets über 20 Spieler im Training, sodass ich immer eine grosse Auswahl und entsprechende Möglichkeiten hatte. Es war eigentlich egal, wer von Anfang an spielt, für mich als Trainer sowieso, für die Spieler aber auch, jeder hat meine Entscheidungen sehr sportlich genommen und jeweils das Beste gegeben, wenn er gebraucht wurde. Am Samstag hatte ich das Gefühl, dass diese beiden uns von der Bank aus mehr bringen würden und stellte deshalb zu Beginn Leiven Keller im Sturm auf (Torschütze zum 1:0). Dass alles so perfekt aufging, hat schlussendlich auch mit einer grossen Portion Glück zu tun (schmunzelt). Muhi wird uns leider verlassen, er wird die neu gegründete 2. Mannschaft seines Stammklubs FC Schlieren als Spielertrainer übernehmen.

2. Sie liessen es nach dem Abpfiff und dem damit feststehenden Aufstieg ziemlich krachen, oder?
Wie ich vernommen habe, ging die Feier bis tief in die Nacht hinein. Die Mannschaft soll sich nach der Feier auf der Altenburg noch ins Nachtleben gestürzt haben und es ordentlich krachen lassen, jedoch ohne den Trainer, dieser ist definitiv zu alt dafür (lacht).

3. Mit welchen Ambitionen und Zielen gehen Sie in die bevorstehende 2.-Liga-inter-Saison?
Wie allgemein bekannt hat unseren Präsidenten von Anfang an nur der 1. Platz interessiert. Wir vom Trainerstaff sind da etwas „nüchterner“ an die Sache herangegangen und uns ist auch bewusst, dass es nächste Saison sehr schwierig werden wird. Wir sind nicht als eine Mannschaft aufgestiegen, die die Spiele jeweils dominiert hat, sondern haben unser Ziel mit unserem enormen Teamgeist erreicht. Natürlich werden wir mit unseren finanziellen Möglichkeiten versuchen, uns zu verstärken, doch auch mit diesen allfälligen Verstärkungen wird der FC Wettingen in der kommenden Saison gegen den Abstieg kämpfen, da muss man realistisch sein. Mit dem positiven Gefühl und dem Schwung des Aufstiegs werden wir jedoch alles daran setzen, den Ligaerhalt zu schaffen.

 

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24.08.2018

Hattrick

Trailer "Kicker Talents"

07.11.2018

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten! In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 366 Mal im Netz, was im Schnitt ziemlich genau 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der überragende FC Kölliken zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter lauern aber 4 Teams innerhalb von 3 Zählern auf Ausrutscher der Kölliker – mitten im «Konzert der Grossen» spielt auch der verblüffende Aufsteiger aus Niederwil mit! Auch um den ominösen Strich liegt weiter alles ziemlich nahe beisammen. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur Hinrunde aus?
Meine persönliche Bilanz fällt aus sportlicher Sicht äusserst positiv aus. Ich konnte sehr vielen spannenden und hochstehenden Spielen beiwohnen. Für mich ist es zudem stets wichtig, dass die Spieler gesund durch die Saison kommen und dies ist bis auf wenige Ausnahmen auch den meisten gelungen. In der abgelaufenen Vorrunde hat uns natürlich auch der Wettergott in die Karten gespielt! Für jeden Fussballer ist es schöner, bei guten Terrainverhältnissen spielen und trainieren zu können und auch für uns Zuschauer ist es kein Nachteil (schmunzelt).

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Für viele Experten ist die Tabellenführung des FC Kölliken möglicherweise gar keine grosse Überraschung, da sich die Mannschaft mit «grossen Namen» verstärkt hat. Wer jedoch selber mal Spieler oder Trainer war, weiss, dass Namen alleine noch keine Garantie für Erfolg sind und es enorm wichtig ist, solche Spieler auch führen zu können. Dies macht Marco Wüst offenbar richtig gut, denn das gute Abschneiden dieser Vorrunde nur mit der hohen Qualität der Einzelspieler zu erklären ist mir dann doch zu einfach. Persönlich habe ich jedes Team mindestens zweimal spielen sehen und mir haben vor allem der FC Mutschellen und der FC Niederwil imponiert. In beiden Fällen zeigt sich eindrücklich, dass sich Kontinuität irgendwann mal auszahlt und deshalb kommen für mich die guten Leistungen dieser beiden Vereine keinesfalls überraschend. Doch etwas überraschend ist für mich die Spielweise von Suhr: Sie spielen möglicherweise den attraktivsten Fussball und hätten sie nicht einige klare Führungen zum Schluss noch aus der Hand gegeben, so wäre der Abstand zur Spitze viel kleiner. Für mich ist es zudem eine Überraschung, dass von den fünf Erstplatzierten in der Meisterschaft mit dem FC Klingnau nur ein Team im Viertelfinal des Axpo Aargauer Cups überwintern kann.                                                                        

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Natürlich wünscht man sich als WK-Präsident immer wieder Spannung an der Spitze und auch am ominösen Strich, doch für mich ist es viel wichtiger, dass die Spiele fair und ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen. Dafür verantwortlich sind wir Verbands-Funktionäre, die Schiedsrichter und in erster Linie die Akteure auf und neben dem Spielfeld. Hier wünsche ich mir vonseiten der Spieler und Trainer, trotz allen Emotionen, etwas mehr Gelassenheit und Verständnis gegenüber den Schiedsrichtern. Einige werden sich jetzt wohl denken: «Der Granzotto war ja als Spieler und Trainer auch nicht immer ein Heiliger und jetzt redet er solches Zeugs!» Jene haben vielleicht gar nicht mal ganz so unrecht, und doch betrachte ich das Ganze heute halt aus einer etwas anderen Optik. Schlussendlich sitzen wir aber alle im selben Boot und deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen wieder mit etwas mehr Respekt miteinander umgehen würden… Nicht nur im Fussball!

12.09.2018

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