Aargauischer Fussballverband

Ivan Simon (FC Suhr)

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Neben dem FC Menzo Reinach steht mit dem FC Suhr ein zweiter Drittligist im Halbfinal des Axpo Aargauer Cup. Im Gegensatz zu den Wynentalern (3:1 n.V. bei Viertligst Juventina Wettingen) räumte der letztjährige 2.-Liga-Absteiger mit Othmarsingen gar einen oberklassigen Gegner aus dem Weg. Nach dem nervenaufreibenden Sieg im Elfmeterschiessen (6:4, 1:1) stellte sich Suhr-Trainer und -Präsident Ivan Simon den «drei ???».

1. Ivan Simon, wie lange brauchten Sie gestern, um einzuschlafen?
Zugegeben, ich war ziemlich aufgewühlt und hatte Mühe, einzuschlafen. Ich bin ein Trainer, der immer mit voller Energie und Leidenschaft an der Linie steht, so auch gestern. Ich verspürte heute auf der Arbeit noch einige Kopfschmerzen von der Anstrengung, aber das nahm ich natürlich in Kauf (schmunzelt). Lange Zeit zum Erholen haben ich und die Mannschaft jedoch nicht, am Samstag steht in der Meisterschaft das nächste Highlight mit dem Spitzenspiel gegen Leader Entfelden an.

2. Sie liegen nach Verlustpunkten gleichauf mit Entfelden. Wenn Sie die Wahl hätten: Cupsieg oder Aufstieg?
Da möchte ich mich ehrlichgesagt gar nicht festlegen, denn: Ich will beides! Aber klar wäre langfristig gesehen der Aufstieg «wertvoller».

3. Nach dem Abstieg und dem Abgang von Trainer Salvatore Romano im vergangenen Sommer machten Sie sich als Präsident quasi gleich selber zum Cheftrainer. Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Verein?
Dass ich das Traineramt übernehme, war überhaupt nicht geplant, sondern es ergab sich quasi von selber. In der Schlussphase der letzten Saison wollte Salvi (Romano), dass ich als Co-Trainer fungierte, was ich auch tat. Aus den letzten 6 Spielen holten wir 15 Punkte und stiegen letztendlich auf bittere Art und Weise nur wegen der höheren Anzahl Strafpunkte in die 3. Liga ab. Viele unserer Spieler bekamen nach dem Abstieg Angebote von anderen Vereinen, doch sie wollten in Suhr bleiben, mit der Bedingung, dass ich die Mannschaft auf die Saison 2016/17 übernehme. Nach reiflicher Überlegung sagte ich schliesslich zu, woraufhin auch tatsächlich die Mehrheit der Spieler dem Verein die Treue hielt. Der Abstieg war ein äusserst bitterer Tag für mich und ich wollte unbedingt Mitverantwortung dafür übernehmen, indem ich als Cheftrainer zusammen mit der Mannschaft versuche, den direkten Wiederaufstieg zu schaffen und so den «Karren aus dem Dreck zu ziehen».

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24.08.2018

Hattrick

Trailer "Kicker Talents"

07.11.2018

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten! In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 366 Mal im Netz, was im Schnitt ziemlich genau 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der überragende FC Kölliken zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter lauern aber 4 Teams innerhalb von 3 Zählern auf Ausrutscher der Kölliker – mitten im «Konzert der Grossen» spielt auch der verblüffende Aufsteiger aus Niederwil mit! Auch um den ominösen Strich liegt weiter alles ziemlich nahe beisammen. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur Hinrunde aus?
Meine persönliche Bilanz fällt aus sportlicher Sicht äusserst positiv aus. Ich konnte sehr vielen spannenden und hochstehenden Spielen beiwohnen. Für mich ist es zudem stets wichtig, dass die Spieler gesund durch die Saison kommen und dies ist bis auf wenige Ausnahmen auch den meisten gelungen. In der abgelaufenen Vorrunde hat uns natürlich auch der Wettergott in die Karten gespielt! Für jeden Fussballer ist es schöner, bei guten Terrainverhältnissen spielen und trainieren zu können und auch für uns Zuschauer ist es kein Nachteil (schmunzelt).

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Für viele Experten ist die Tabellenführung des FC Kölliken möglicherweise gar keine grosse Überraschung, da sich die Mannschaft mit «grossen Namen» verstärkt hat. Wer jedoch selber mal Spieler oder Trainer war, weiss, dass Namen alleine noch keine Garantie für Erfolg sind und es enorm wichtig ist, solche Spieler auch führen zu können. Dies macht Marco Wüst offenbar richtig gut, denn das gute Abschneiden dieser Vorrunde nur mit der hohen Qualität der Einzelspieler zu erklären ist mir dann doch zu einfach. Persönlich habe ich jedes Team mindestens zweimal spielen sehen und mir haben vor allem der FC Mutschellen und der FC Niederwil imponiert. In beiden Fällen zeigt sich eindrücklich, dass sich Kontinuität irgendwann mal auszahlt und deshalb kommen für mich die guten Leistungen dieser beiden Vereine keinesfalls überraschend. Doch etwas überraschend ist für mich die Spielweise von Suhr: Sie spielen möglicherweise den attraktivsten Fussball und hätten sie nicht einige klare Führungen zum Schluss noch aus der Hand gegeben, so wäre der Abstand zur Spitze viel kleiner. Für mich ist es zudem eine Überraschung, dass von den fünf Erstplatzierten in der Meisterschaft mit dem FC Klingnau nur ein Team im Viertelfinal des Axpo Aargauer Cups überwintern kann.                                                                        

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Natürlich wünscht man sich als WK-Präsident immer wieder Spannung an der Spitze und auch am ominösen Strich, doch für mich ist es viel wichtiger, dass die Spiele fair und ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen. Dafür verantwortlich sind wir Verbands-Funktionäre, die Schiedsrichter und in erster Linie die Akteure auf und neben dem Spielfeld. Hier wünsche ich mir vonseiten der Spieler und Trainer, trotz allen Emotionen, etwas mehr Gelassenheit und Verständnis gegenüber den Schiedsrichtern. Einige werden sich jetzt wohl denken: «Der Granzotto war ja als Spieler und Trainer auch nicht immer ein Heiliger und jetzt redet er solches Zeugs!» Jene haben vielleicht gar nicht mal ganz so unrecht, und doch betrachte ich das Ganze heute halt aus einer etwas anderen Optik. Schlussendlich sitzen wir aber alle im selben Boot und deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen wieder mit etwas mehr Respekt miteinander umgehen würden… Nicht nur im Fussball!

12.09.2018

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