Aargauischer Fussballverband

Xavier Zinkl (Schiedsrichter)

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

2012 im Alter von gerade mal 15 Jahren hat Xavier Zinkl den Neuschiedsrichter-Kurs im AFV absolviert. Nun hat sich der B-Junioren-Referee dazu entschieden, die Pfeife an den Nagel zu hängen. Im „drei ???“-Interview erzählt Zinkl, weshalb er damals Schiedsrichter werden wollte und welche Gründe ihn zum Rücktritt mit lediglich 19 Jahren bewogen haben.

1. Xavier Zinkl, was hat Sie 2012 gereizt, mit der Schiedsrichterei anzufangen?
Meine Mutter ist mit Beat Blattner befreundet, er war im AFV bis 2008 lange als Schiedrichter aktiv und fungiert heute noch als Inspizient und Instruktor. Durch ihn kam ich mit dem FC Küttigen in Kontakt, der damals Schiedsrichter suchte. Ich war schon immer fussballbegeistert, kam jedoch mit zwei linken Füssen zur Welt (schmunzelt). Die Schiedsrichterei gab mir die Möglichkeit, trotzdem ein Teil des Ganzen zu sein, sodass ich beim FC Küttigen Referee wurde.

2. Heute haben Sie überraschend Ihren Rücktritt eingereicht. Weshalb?
Zum einen leide ich seit Kindheit unter Heuschnupfen, sodass es für mich vor allem jetzt im Frühling oftmals fast nicht möglich ist, Sport zu treiben. Doch auch neben körperlichen Einschränkungen fühle ich mich auf dem Platz nicht mehr wirklich wohl. Die Wertschätzung von Spielern und Trainer gegenüber dem Schiedsrichter habe ich meist als sehr negativ empfunden. Ich wurde bei jedem Spiel mindestens einmal verbal angegriffen und bin es leid, immer dieselben Ausreden wie: „Jo aber Schiri, Emotione ghöre doch zum Fussball, i hans nid ernst gmeint“ zu hören. Emotionen gehören dazu, ja, aber nicht mit ständigen Beleidigungen. Das muss ich mir auf Dauer nicht antun, handelt es sich beim Schiedsrichtern doch um eine freiwillige Freizeitbeschäftigung.

3. Welche Dinge müssten sich aus Ihrer Sicht auf und neben dem Platz grundlegend ändern, damit es jungen Schiedsrichtern nicht ähnlich ergeht wie Ihnen?
Die Akzeptanz gegenüber dem Schiedsrichter muss dringend erhöht werden. Dass dies nicht einfach und von heute auf morgen zu erreichen ist, dessen bin ich mir völlig bewusst. Eine Möglichkeit wäre jedoch, Kurse für gesamte Mannschaften anzubieten, um sie zu sensibilisieren und ihnen aufzuzeigen, was es heisst, ein hektisches Spiel über 90 Minuten konzentriert zu leiten. Den Spielern sollen dadurch die Augen geöffnet werden, damit ihnen klar wird, was alles auf den Schiedsrichter einprasselt. In anderen Sportarten ist dieser viel mehr akzeptiert. Ein Kollege von mir ist Eishockey-Schiedsrichter, er hat nie mit solchen Problemen zu kämpfen wie ich es die letzten Jahre tat. Weshalb man nicht auch im Fussball mehr Respekt gegenüber dem Referee aufbringen kann, ist mir ein Rätsel. Möglicherweise trägt die vermehrt negative Berichterstattung der Medien ihren Teil dazu bei, siehe im „Fall Amhof“. Diese wirkt sich negativ auf die unteren Ligen aus, man orientiert sich leider immer am Profisport.  

HerrZinkl, vielen Dank für dieses interessante, ehrliche Gespräch und alles Gute für Ihre Zukunft.

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24.08.2018

Hattrick

Trailer "Kicker Talents"

07.11.2018

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten! In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 366 Mal im Netz, was im Schnitt ziemlich genau 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der überragende FC Kölliken zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter lauern aber 4 Teams innerhalb von 3 Zählern auf Ausrutscher der Kölliker – mitten im «Konzert der Grossen» spielt auch der verblüffende Aufsteiger aus Niederwil mit! Auch um den ominösen Strich liegt weiter alles ziemlich nahe beisammen. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur Hinrunde aus?
Meine persönliche Bilanz fällt aus sportlicher Sicht äusserst positiv aus. Ich konnte sehr vielen spannenden und hochstehenden Spielen beiwohnen. Für mich ist es zudem stets wichtig, dass die Spieler gesund durch die Saison kommen und dies ist bis auf wenige Ausnahmen auch den meisten gelungen. In der abgelaufenen Vorrunde hat uns natürlich auch der Wettergott in die Karten gespielt! Für jeden Fussballer ist es schöner, bei guten Terrainverhältnissen spielen und trainieren zu können und auch für uns Zuschauer ist es kein Nachteil (schmunzelt).

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Für viele Experten ist die Tabellenführung des FC Kölliken möglicherweise gar keine grosse Überraschung, da sich die Mannschaft mit «grossen Namen» verstärkt hat. Wer jedoch selber mal Spieler oder Trainer war, weiss, dass Namen alleine noch keine Garantie für Erfolg sind und es enorm wichtig ist, solche Spieler auch führen zu können. Dies macht Marco Wüst offenbar richtig gut, denn das gute Abschneiden dieser Vorrunde nur mit der hohen Qualität der Einzelspieler zu erklären ist mir dann doch zu einfach. Persönlich habe ich jedes Team mindestens zweimal spielen sehen und mir haben vor allem der FC Mutschellen und der FC Niederwil imponiert. In beiden Fällen zeigt sich eindrücklich, dass sich Kontinuität irgendwann mal auszahlt und deshalb kommen für mich die guten Leistungen dieser beiden Vereine keinesfalls überraschend. Doch etwas überraschend ist für mich die Spielweise von Suhr: Sie spielen möglicherweise den attraktivsten Fussball und hätten sie nicht einige klare Führungen zum Schluss noch aus der Hand gegeben, so wäre der Abstand zur Spitze viel kleiner. Für mich ist es zudem eine Überraschung, dass von den fünf Erstplatzierten in der Meisterschaft mit dem FC Klingnau nur ein Team im Viertelfinal des Axpo Aargauer Cups überwintern kann.                                                                        

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Natürlich wünscht man sich als WK-Präsident immer wieder Spannung an der Spitze und auch am ominösen Strich, doch für mich ist es viel wichtiger, dass die Spiele fair und ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen. Dafür verantwortlich sind wir Verbands-Funktionäre, die Schiedsrichter und in erster Linie die Akteure auf und neben dem Spielfeld. Hier wünsche ich mir vonseiten der Spieler und Trainer, trotz allen Emotionen, etwas mehr Gelassenheit und Verständnis gegenüber den Schiedsrichtern. Einige werden sich jetzt wohl denken: «Der Granzotto war ja als Spieler und Trainer auch nicht immer ein Heiliger und jetzt redet er solches Zeugs!» Jene haben vielleicht gar nicht mal ganz so unrecht, und doch betrachte ich das Ganze heute halt aus einer etwas anderen Optik. Schlussendlich sitzen wir aber alle im selben Boot und deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen wieder mit etwas mehr Respekt miteinander umgehen würden… Nicht nur im Fussball!

12.09.2018

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19.08.2014

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27.05.2014

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