Aargauischer Fussballverband

Marco Salm (FC Mutschellen)

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

1. Marco Salm, nach den jüngsten Siegen über Fislisbach und Kölliken dürfte Ihre Erleichterung nach dem doch eher verpatzten Saisonstart gross gewesen sein?
Das ist definitiv so. Es war äusserst frustrierend, denn unsere Mannschaft hat wie ich finde immer gute Spiele gezeigt, doch wir hatten oft Pech und mussten diverse Gegentore in den letzten Minuten hinnehmen. So ist es nun umso erleichternder, dass das Glück wieder auf unsere Seite gekippt ist.

2. War es also vor allem der Faktor Glück, welcher für den Aufschwung verantwortlich ist?
Selbstverständlich war es nicht nur aufgrund von Glück, dass wir die letzten beiden Spiele für uns entscheiden konnten. Nach unserer Baisse hatten wir einige Gespräche mit Spielern und Trainerstaff geführt, um alle zu motivieren, gemeinsam am selben Strang zu ziehen. Letzten Endes war spürbar, dass die Mannschaft intakt und bereit ist, 100 Prozent zu geben. Sie hat in den letzten Spielen noch einmal eine Schippe Einsatz drauflegen können, was sicherlich der Hauptgrund für die 6 Punkte war. Glück alleine kann nämlich niemals der Hauptgrund für Siege sein, denn Glück muss man sich hart erarbeiten und erzwingen. Wenn man sich wie wir zuvor mal in einer solchen Negativspirale befindet, hat man praktisch nie Glück. Was ich an dieser Stelle noch betonen möchte: Unser Trainer Piu stand keine Sekunde zur Debatte, wir waren immer voll und ganz von ihm überzeugt. Ich möchte ihn und seinen Assistenztrainer Sergio Colacino durch kein Trainergespann der Welt eintauschen.

3. Sie haben aktuell am wenigsten Strafpunkte der Liga erhalten – dachten Sie nach Niederlagen schon einmal daran, dass die Spieler zu „lieb“ sein könnten?
Dies war sehr wohl ein Gedanke von mir. Man fragt sich dann Dinge wie: Sind wir zu wenig aggressiv? Gehen wir nicht mit letzter Konsequenz auf den Mann? Ich bin auch überzeugt, dass sich der Trainer auch solche Fragen stellt und noch viel eher Antworten auf diese hat als ich und dahingehend auch Einfluss nehmen wird. Ein Kickoff-Spiel auf dem Mutschellen wäre aber natürlich auch mal etwas Schönes, würde viele Zuschauer und Funktionäre anlocken und wir würden uns extrem freuen, wenn wir dieses nächstes Jahr durchführen dürften. Doch das alles ist noch so weit und die Rangierung geniesst selbstverständlich noch immer die höhere Priorität (schmunzelt).

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24.08.2018

Hattrick

Trailer "Kicker Talents"

07.11.2018

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten! In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 366 Mal im Netz, was im Schnitt ziemlich genau 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der überragende FC Kölliken zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter lauern aber 4 Teams innerhalb von 3 Zählern auf Ausrutscher der Kölliker – mitten im «Konzert der Grossen» spielt auch der verblüffende Aufsteiger aus Niederwil mit! Auch um den ominösen Strich liegt weiter alles ziemlich nahe beisammen. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur Hinrunde aus?
Meine persönliche Bilanz fällt aus sportlicher Sicht äusserst positiv aus. Ich konnte sehr vielen spannenden und hochstehenden Spielen beiwohnen. Für mich ist es zudem stets wichtig, dass die Spieler gesund durch die Saison kommen und dies ist bis auf wenige Ausnahmen auch den meisten gelungen. In der abgelaufenen Vorrunde hat uns natürlich auch der Wettergott in die Karten gespielt! Für jeden Fussballer ist es schöner, bei guten Terrainverhältnissen spielen und trainieren zu können und auch für uns Zuschauer ist es kein Nachteil (schmunzelt).

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Für viele Experten ist die Tabellenführung des FC Kölliken möglicherweise gar keine grosse Überraschung, da sich die Mannschaft mit «grossen Namen» verstärkt hat. Wer jedoch selber mal Spieler oder Trainer war, weiss, dass Namen alleine noch keine Garantie für Erfolg sind und es enorm wichtig ist, solche Spieler auch führen zu können. Dies macht Marco Wüst offenbar richtig gut, denn das gute Abschneiden dieser Vorrunde nur mit der hohen Qualität der Einzelspieler zu erklären ist mir dann doch zu einfach. Persönlich habe ich jedes Team mindestens zweimal spielen sehen und mir haben vor allem der FC Mutschellen und der FC Niederwil imponiert. In beiden Fällen zeigt sich eindrücklich, dass sich Kontinuität irgendwann mal auszahlt und deshalb kommen für mich die guten Leistungen dieser beiden Vereine keinesfalls überraschend. Doch etwas überraschend ist für mich die Spielweise von Suhr: Sie spielen möglicherweise den attraktivsten Fussball und hätten sie nicht einige klare Führungen zum Schluss noch aus der Hand gegeben, so wäre der Abstand zur Spitze viel kleiner. Für mich ist es zudem eine Überraschung, dass von den fünf Erstplatzierten in der Meisterschaft mit dem FC Klingnau nur ein Team im Viertelfinal des Axpo Aargauer Cups überwintern kann.                                                                        

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Natürlich wünscht man sich als WK-Präsident immer wieder Spannung an der Spitze und auch am ominösen Strich, doch für mich ist es viel wichtiger, dass die Spiele fair und ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen. Dafür verantwortlich sind wir Verbands-Funktionäre, die Schiedsrichter und in erster Linie die Akteure auf und neben dem Spielfeld. Hier wünsche ich mir vonseiten der Spieler und Trainer, trotz allen Emotionen, etwas mehr Gelassenheit und Verständnis gegenüber den Schiedsrichtern. Einige werden sich jetzt wohl denken: «Der Granzotto war ja als Spieler und Trainer auch nicht immer ein Heiliger und jetzt redet er solches Zeugs!» Jene haben vielleicht gar nicht mal ganz so unrecht, und doch betrachte ich das Ganze heute halt aus einer etwas anderen Optik. Schlussendlich sitzen wir aber alle im selben Boot und deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen wieder mit etwas mehr Respekt miteinander umgehen würden… Nicht nur im Fussball!

12.09.2018

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