Aargauischer Fussballverband

Sven Osterwalder (FC Gränichen)

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Nach zwei Jahren in der 2. Liga interregional musste der FC Gränichen auf diese Saison hin den Gang in die 2. Liga regional antreten. Von einem „Abstiegs-Blues“ war zumindest am 1. Spieltag jedoch nichts zu spüren; die Mannschaft von Trainer Sven Osterwalder bezwang auf der heimischen ZehnderMatte den ambitionierten FC Windisch gleich mit 4:1, woraufhin sich der ehemalige Assistenztrainer des FC Baden, seit Sommer 2014 Übungsleiter der Gränicher, den Fragen der „drei ???“ stellte.

1. Sven Osterwalder, wie schwierig war es, während des Sommertrainings die negativen Gedanken nach dem Abstieg aus den Köpfen der Spieler zu kriegen?
Da wir ja bekanntlich nicht in letzter Sekunde abgestiegen sind und es sich doch seit längerem angedeutet hatte, musste ich eigentlich keine grosse Aufbauhilfe leisten. Vielmehr war relativ schnell eine Aufbruchstimmung innerhalb der Mannschaft zu spüren und auch die Blutauffrischung durch die Neuzugänge trug ihren Teil dazu bei.

2. Wo sehen Sie die Gründe für die überzeugende Leistung zum Auftakt gegen Windisch?
Windisch war ein äusserst starker Gegner, mit individuellen Top-Spielern. Unser geschlossenes, solidarisches und solides Auftreten war schliesslich der Schlüssel zum Sieg, der meiner Meinung nach gar noch um ein bis zwei Tore höher hätte ausfallen können. Ich bin wirklich voll und ganz zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft, so kann es definitiv weitergehen.

3. Das Ziel der Mannschaft kann also nur der direkte Wiederaufstieg sein?
Dem würde ich so nicht ganz zustimmen, zumindest wird der Wiederaufstieg nicht vom Verein gefordert. Man muss auch einsehen, dass gerade was das Finanzielle angeht andere Vereine in der Liga weit grössere Möglichkeiten als wir haben. Nichtsdestotrotz ist es mein persönliches Ziel, im vorderen Viertel der Tabelle mitzuspielen. Dies können wir nur erreichen, wenn wir stets Vollgas geben und uns laufend verbessern, denn die Konkurrenz mit beispielsweise Schöftland, Wettingen, Windisch oder auch Gontenschwil ist enorm stark. Meiner Meinung nach sind wir aber gerade in der Offensive besser aufgestellt als in der abgelaufenen Saison. Der Sieg gegen Windisch war eine tolle erste Duftmarke, die wir gesetzt haben, mehr aber auch nicht.

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24.08.2018

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Trailer "Kicker Talents"

07.11.2018

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten! In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 366 Mal im Netz, was im Schnitt ziemlich genau 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der überragende FC Kölliken zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter lauern aber 4 Teams innerhalb von 3 Zählern auf Ausrutscher der Kölliker – mitten im «Konzert der Grossen» spielt auch der verblüffende Aufsteiger aus Niederwil mit! Auch um den ominösen Strich liegt weiter alles ziemlich nahe beisammen. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur Hinrunde aus?
Meine persönliche Bilanz fällt aus sportlicher Sicht äusserst positiv aus. Ich konnte sehr vielen spannenden und hochstehenden Spielen beiwohnen. Für mich ist es zudem stets wichtig, dass die Spieler gesund durch die Saison kommen und dies ist bis auf wenige Ausnahmen auch den meisten gelungen. In der abgelaufenen Vorrunde hat uns natürlich auch der Wettergott in die Karten gespielt! Für jeden Fussballer ist es schöner, bei guten Terrainverhältnissen spielen und trainieren zu können und auch für uns Zuschauer ist es kein Nachteil (schmunzelt).

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Für viele Experten ist die Tabellenführung des FC Kölliken möglicherweise gar keine grosse Überraschung, da sich die Mannschaft mit «grossen Namen» verstärkt hat. Wer jedoch selber mal Spieler oder Trainer war, weiss, dass Namen alleine noch keine Garantie für Erfolg sind und es enorm wichtig ist, solche Spieler auch führen zu können. Dies macht Marco Wüst offenbar richtig gut, denn das gute Abschneiden dieser Vorrunde nur mit der hohen Qualität der Einzelspieler zu erklären ist mir dann doch zu einfach. Persönlich habe ich jedes Team mindestens zweimal spielen sehen und mir haben vor allem der FC Mutschellen und der FC Niederwil imponiert. In beiden Fällen zeigt sich eindrücklich, dass sich Kontinuität irgendwann mal auszahlt und deshalb kommen für mich die guten Leistungen dieser beiden Vereine keinesfalls überraschend. Doch etwas überraschend ist für mich die Spielweise von Suhr: Sie spielen möglicherweise den attraktivsten Fussball und hätten sie nicht einige klare Führungen zum Schluss noch aus der Hand gegeben, so wäre der Abstand zur Spitze viel kleiner. Für mich ist es zudem eine Überraschung, dass von den fünf Erstplatzierten in der Meisterschaft mit dem FC Klingnau nur ein Team im Viertelfinal des Axpo Aargauer Cups überwintern kann.                                                                        

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Natürlich wünscht man sich als WK-Präsident immer wieder Spannung an der Spitze und auch am ominösen Strich, doch für mich ist es viel wichtiger, dass die Spiele fair und ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen. Dafür verantwortlich sind wir Verbands-Funktionäre, die Schiedsrichter und in erster Linie die Akteure auf und neben dem Spielfeld. Hier wünsche ich mir vonseiten der Spieler und Trainer, trotz allen Emotionen, etwas mehr Gelassenheit und Verständnis gegenüber den Schiedsrichtern. Einige werden sich jetzt wohl denken: «Der Granzotto war ja als Spieler und Trainer auch nicht immer ein Heiliger und jetzt redet er solches Zeugs!» Jene haben vielleicht gar nicht mal ganz so unrecht, und doch betrachte ich das Ganze heute halt aus einer etwas anderen Optik. Schlussendlich sitzen wir aber alle im selben Boot und deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen wieder mit etwas mehr Respekt miteinander umgehen würden… Nicht nur im Fussball!

12.09.2018

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