Aargauischer Fussballverband

Die drei ???: Beat Studer (FC Wettingen)

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Anfangs dieser Saison hat Beat Studer den Posten des Cheftrainers beim FC Wettingen übernommen. Seit dem harzigem Start mit zwei Niederlagen in Folge ist die Altenburg-Equipe unter dem ehemaligen Profi von Zürich und Aarau nie wieder als Verlierer vom Platz gegangen und steht momentan auf dem 2. Rang der 2. Liga regional. Der 47-jährige Erfolgscoach hat sich den „drei ???“ gestellt.

1. Herr Studer, wie erklären Sie sich die nach dem verkorksten Auftakt fast schon unheimliche Serie von mittlerweile 14 ungeschlagenen Spielen in Serie?
Ich hatte im Sommer ein Team übernommen, welches exakt zur Hälfte aus Neuzuzügen bestand. Da war klar, dass sich Spieler zuerst finden und richtig kennenlernen mussten. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten kamen wir taktisch auf ein immer besseres Niveau, sodass auch das Selbstvertrauen automatisch gesteigert wurde und sich die Resultate verbesserten. Aufgrund der zwei Auftaktniederlagen hagelte es ziemlich Kritik, was bei uns aber eine Art „Jetzt-erst-recht-Stimmung“ auslöste. Die Serie ist natürlich eine tolle Sache, auch wenn wir uns bewusst sind, dass jede Serie mal zu Ende geht.

2. Selbst wenn der Rückstand auf Leader Rothrist momentan noch 9 Punkte beträgt – träumen Sie insgeheim vom Aufstieg?
Träumen darf man immer. Jedoch sind wir nicht in der Position, um vom Aufstieg zu sprechen, das wäre vermessen. Wir wollen das Aufstiegsrennen einfach so lange wie möglich offen halten, immerhin sind noch 10 Spiele zu spielen und damit 30 Punkte zu vergeben. Vor allem aber sollen die Rothrister wissen, dass ihnen da noch einer hartnäckig im Nacken liegt.

3. Langfristig gesehen: Was sind die Ambitionen des FC Wettingen? Will man irgendwann mal wieder an vergangene glorreiche Zeiten anknüpfen?
Es liegt eigentlich nicht an mir, dies zu beantworten, da muss der Vorstand die Richtung vorgeben. Natürlich kommt es auch immer auf die finanziellen und strukturellen Möglichkeiten an, doch aus meiner Sicht gehört der FC Wettingen langfristig mindestens in die 1. Liga. Es kann nicht unser Ziel sein, jahrelang in der 2. Liga regional zu verbleiben.

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24.08.2018

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07.11.2018

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten! In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 366 Mal im Netz, was im Schnitt ziemlich genau 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der überragende FC Kölliken zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter lauern aber 4 Teams innerhalb von 3 Zählern auf Ausrutscher der Kölliker – mitten im «Konzert der Grossen» spielt auch der verblüffende Aufsteiger aus Niederwil mit! Auch um den ominösen Strich liegt weiter alles ziemlich nahe beisammen. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur Hinrunde aus?
Meine persönliche Bilanz fällt aus sportlicher Sicht äusserst positiv aus. Ich konnte sehr vielen spannenden und hochstehenden Spielen beiwohnen. Für mich ist es zudem stets wichtig, dass die Spieler gesund durch die Saison kommen und dies ist bis auf wenige Ausnahmen auch den meisten gelungen. In der abgelaufenen Vorrunde hat uns natürlich auch der Wettergott in die Karten gespielt! Für jeden Fussballer ist es schöner, bei guten Terrainverhältnissen spielen und trainieren zu können und auch für uns Zuschauer ist es kein Nachteil (schmunzelt).

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Für viele Experten ist die Tabellenführung des FC Kölliken möglicherweise gar keine grosse Überraschung, da sich die Mannschaft mit «grossen Namen» verstärkt hat. Wer jedoch selber mal Spieler oder Trainer war, weiss, dass Namen alleine noch keine Garantie für Erfolg sind und es enorm wichtig ist, solche Spieler auch führen zu können. Dies macht Marco Wüst offenbar richtig gut, denn das gute Abschneiden dieser Vorrunde nur mit der hohen Qualität der Einzelspieler zu erklären ist mir dann doch zu einfach. Persönlich habe ich jedes Team mindestens zweimal spielen sehen und mir haben vor allem der FC Mutschellen und der FC Niederwil imponiert. In beiden Fällen zeigt sich eindrücklich, dass sich Kontinuität irgendwann mal auszahlt und deshalb kommen für mich die guten Leistungen dieser beiden Vereine keinesfalls überraschend. Doch etwas überraschend ist für mich die Spielweise von Suhr: Sie spielen möglicherweise den attraktivsten Fussball und hätten sie nicht einige klare Führungen zum Schluss noch aus der Hand gegeben, so wäre der Abstand zur Spitze viel kleiner. Für mich ist es zudem eine Überraschung, dass von den fünf Erstplatzierten in der Meisterschaft mit dem FC Klingnau nur ein Team im Viertelfinal des Axpo Aargauer Cups überwintern kann.                                                                        

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Natürlich wünscht man sich als WK-Präsident immer wieder Spannung an der Spitze und auch am ominösen Strich, doch für mich ist es viel wichtiger, dass die Spiele fair und ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen. Dafür verantwortlich sind wir Verbands-Funktionäre, die Schiedsrichter und in erster Linie die Akteure auf und neben dem Spielfeld. Hier wünsche ich mir vonseiten der Spieler und Trainer, trotz allen Emotionen, etwas mehr Gelassenheit und Verständnis gegenüber den Schiedsrichtern. Einige werden sich jetzt wohl denken: «Der Granzotto war ja als Spieler und Trainer auch nicht immer ein Heiliger und jetzt redet er solches Zeugs!» Jene haben vielleicht gar nicht mal ganz so unrecht, und doch betrachte ich das Ganze heute halt aus einer etwas anderen Optik. Schlussendlich sitzen wir aber alle im selben Boot und deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen wieder mit etwas mehr Respekt miteinander umgehen würden… Nicht nur im Fussball!

12.09.2018

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