Aargauischer Fussballverband

Lieber T-Shirt-Wetter als Graupelschauer

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Samstagabend in Fislisbach, Anpfiff des 2.-Liga-Kellerduells Fislisbach gegen Menzo Reinach um 18 Uhr: Dicker Nebel umhüllt die Sportanlage Esp, von den angenehmen Sonnenstrahlen ein paar Stunden zuvor ist nichts mehr zu spüren. Nichtsdestotrotz befindet der Schiedsrichter die Bedingungen als regulär, wobei sich in der Folge trotz den prekären Verhältnissen ein munteres Spiel entwickelt, welches Fislisbach schliesslich gleich mit 6:0 für sich entscheidet. Nicht so reibungslos über die Bühne ging ebenfalls am Samstag die 2.-Liga-inter-Partie des FC Wohlen U23 gegen Tabellenführer Mouthier. Mit Beginn der zweiten Halbzeit wurde der Nebel im Stadion Niedermatten dichter, die Feuchtigkeit stieg an und als der Assistent die gegenüberliegende Spielfeldhälfte nur noch im Dunst des Nebels wahrnehmen konnte, brach der Schiedsrichter nach gut einer Stunde Spielzeit die Partie ab

 

Mal ganz abgesehen von diesen Fällen und ganz grundsätzlich gefragt: Wäre es nicht eine Überlegung wert, die Sommerpause im Fussball abzuschaffen oder zumindest zu verkürzen und dafür die Winterpause zu verlängern? Die Idee wäre keinesfalls revolutionär oder gar nur neu. Bereits in seiner Ausgabe vom 9. Dezember 1936 berichtete die Schweizer Zeitung SPORT, dass sich eine Meisterschaft ohne Sommerpause abzeichne. „Fussball wird auf Dauer gegen den Skisport und Eishockey nicht ankommen, er wird weichen müssen.“ Und weiter schrieb der Redaktor: „Ich bin mir sicher, dass die Verschiebung der Spielsaison in der Schweiz in absehbarer Zeit kommen wird.“

 

Fast 70 Jahre später ist eine solche Meisterschaft von Frühling bis Herbst trotz solcher Prognosen aus früheren Jahren noch immer in weiter Ferne. Dabei wäre es doch eigentlich nichts als logisch, im Sommer durchzuspielen. Zumal sich die Spielverschiebungen aufgrund von schlechter Witterung gerade im regionalen Bereich drastisch reduzieren würden und zudem würde sich eine Reform in jeglichen Kategorien sicherlich auch positiv auf die Zuschauerzahlen auswirken. Oder besuchen Sie nicht auch lieber im Juni bei 25 Grad im T-Shirt und kurzen Hosen ein Fussballspiel anstatt im November dick eingepackt bei Schauer und Tiefsttemperaturen?

 

Ganz anderer Meinung sind da die Engländer: Auf der Insel haben die Meisterschaftsspiele rund um Weihnachten und Silverster schon ewig Tradition und begeistern die Massen. Selbst Spiele unter eigentlich irregulären Bedingungen (http://www.youtube.com/watch?v=d48a6MDmCBM) erwärmen die Herzen der Fans rund um die kalten Feiertage. Wenn an einem Samstag im Dezember die Vorrunde beendet wird, geht drei Tage später sogleich die Rückrunde los. Doch die Engländer ticken schon seit jeher anders, fahren sie schliesslich auch auf der anderen Strassenseite und benutzen anderes Geld als der grosse Rest von Europa. Für diesen würde eine Abschaffung der Sommerpause und dafür eine Verlängerung der Winterpause jedoch durchaus Sinn machen.

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24.08.2018

Hattrick

Trailer "Kicker Talents"

07.11.2018

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten! In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 366 Mal im Netz, was im Schnitt ziemlich genau 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der überragende FC Kölliken zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter lauern aber 4 Teams innerhalb von 3 Zählern auf Ausrutscher der Kölliker – mitten im «Konzert der Grossen» spielt auch der verblüffende Aufsteiger aus Niederwil mit! Auch um den ominösen Strich liegt weiter alles ziemlich nahe beisammen. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur Hinrunde aus?
Meine persönliche Bilanz fällt aus sportlicher Sicht äusserst positiv aus. Ich konnte sehr vielen spannenden und hochstehenden Spielen beiwohnen. Für mich ist es zudem stets wichtig, dass die Spieler gesund durch die Saison kommen und dies ist bis auf wenige Ausnahmen auch den meisten gelungen. In der abgelaufenen Vorrunde hat uns natürlich auch der Wettergott in die Karten gespielt! Für jeden Fussballer ist es schöner, bei guten Terrainverhältnissen spielen und trainieren zu können und auch für uns Zuschauer ist es kein Nachteil (schmunzelt).

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Für viele Experten ist die Tabellenführung des FC Kölliken möglicherweise gar keine grosse Überraschung, da sich die Mannschaft mit «grossen Namen» verstärkt hat. Wer jedoch selber mal Spieler oder Trainer war, weiss, dass Namen alleine noch keine Garantie für Erfolg sind und es enorm wichtig ist, solche Spieler auch führen zu können. Dies macht Marco Wüst offenbar richtig gut, denn das gute Abschneiden dieser Vorrunde nur mit der hohen Qualität der Einzelspieler zu erklären ist mir dann doch zu einfach. Persönlich habe ich jedes Team mindestens zweimal spielen sehen und mir haben vor allem der FC Mutschellen und der FC Niederwil imponiert. In beiden Fällen zeigt sich eindrücklich, dass sich Kontinuität irgendwann mal auszahlt und deshalb kommen für mich die guten Leistungen dieser beiden Vereine keinesfalls überraschend. Doch etwas überraschend ist für mich die Spielweise von Suhr: Sie spielen möglicherweise den attraktivsten Fussball und hätten sie nicht einige klare Führungen zum Schluss noch aus der Hand gegeben, so wäre der Abstand zur Spitze viel kleiner. Für mich ist es zudem eine Überraschung, dass von den fünf Erstplatzierten in der Meisterschaft mit dem FC Klingnau nur ein Team im Viertelfinal des Axpo Aargauer Cups überwintern kann.                                                                        

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Natürlich wünscht man sich als WK-Präsident immer wieder Spannung an der Spitze und auch am ominösen Strich, doch für mich ist es viel wichtiger, dass die Spiele fair und ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen. Dafür verantwortlich sind wir Verbands-Funktionäre, die Schiedsrichter und in erster Linie die Akteure auf und neben dem Spielfeld. Hier wünsche ich mir vonseiten der Spieler und Trainer, trotz allen Emotionen, etwas mehr Gelassenheit und Verständnis gegenüber den Schiedsrichtern. Einige werden sich jetzt wohl denken: «Der Granzotto war ja als Spieler und Trainer auch nicht immer ein Heiliger und jetzt redet er solches Zeugs!» Jene haben vielleicht gar nicht mal ganz so unrecht, und doch betrachte ich das Ganze heute halt aus einer etwas anderen Optik. Schlussendlich sitzen wir aber alle im selben Boot und deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen wieder mit etwas mehr Respekt miteinander umgehen würden… Nicht nur im Fussball!

12.09.2018

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19.08.2014

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27.05.2014

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