Aargauischer Fussballverband

Ein Plädoyer für den Offensivfussball

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von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Zuschauer auf dem Oftringer Imfeld kamen letzten Samstag aus dem Staunen gar nicht mehr heraus: Oftringen lud den FC Kölliken zum Derby und beim Pausenpfiff stand es bereits 3:3, nachdem der Gast aus Kölliken zwischenzeitlich bereits auf 3:1 davongezogen war. Es war kein Champagner-Fussball, den die Akteure auf dem Rasen boten, doch das Spiel wog hin und her und erinnerte zuweilen an einen Cup-Fight, bei welchem beide Mannschaften mit offenem Visier antraten und sich schliesslich spektakulär 4:4 trennten. Und dabei ist doch genau dieser offensive, risikofreudige und „hemmunglose“ Fussball, der die Massen rund um den Erdball für diesen so wunderbaren Sport begeistert.

Solche begeisternden Duelle entsprechen aber leider nicht immer der Realität. Im modernen Fussball kommt es gar immer wieder mal vor, dass ein Trainer seine Mannschaft so ganz ohne klassischen Stürmer auflaufen lässt. In taktische Fesseln gelegt, entwickeln sich oft Duelle, die an Torchancen arm sind und kaum jemanden von den Sitzen reissen. Man hört Trainer immer mal wieder sagen: „Ich gewinne lieber 1:0, als 5:4.“ Doch sind es nicht die spektakulären Spiele mit offensivem Geist, die den Menschen noch Jahrzehnte lang in Erinnerung bleiben werden?

Doch immer öfter weicht die geballte Ladung, die früher für den Angriff vorbereitet wurde, der Zurückhaltung. Kein Risiko einzugehen ist oft das oberste Gebot. Der Aufbau ist vorsichtig, langsam, ausgeklügelt. Er basiert auf dem Ballbesitz und hat zum Ziel, den günstigen Augenblick zu provozieren. Dabei wird alles daran gesetzt, den Gegner nicht an den Ball kommen zu lassen.

Dieser extreme Wille, im Ballbesitz zu sein, erfordert Übersicht, absolute Konzentration und eine geschliffene Technik. Nur so kann man in die gegnerische Platzhälfte eindringen, ohne sich vor einem Gegenangriff fürchten zu müssen. Diese Beherrschung des Balls verhindert, dass Risiken des Leichtsinns eingegangen werden. Die auf die Spitze getriebene Intelligenz der Ballkontrolle birgt die Gefahr, dass sie die Spontaneität tötet und die Geistesblitze verhindert, die den Fussball so attraktiv machen.

Nimmt man das 4:4 zwischen Oftringen und Kölliken vom vergangenen Samstag und sucht internationale Vergleiche in jüngster Vergangenheit, stösst man zum einen auf ein Qualifikationsspiel zur WM 2014 zwischen Deutschland und Schweden. Nachdem der spätere Weltmeister bereits 4:0 in Front gelegen war, kamen die Schweden dank einer „alles-oder-nichts-Taktik“ tatsächlich noch zum Ausgleich (https://www.youtube.com/watch?v=KcYaxdDQ2es). Und zum anderen gab auch die Schweiz in derselben Qualifikations-Kampagne einen sichergeglaubten 4:1-Vorsprung gegen Island noch preis (http://www.srf.ch/player/tv/sport-clip/video/highlights-schweiz-island-sportlive?id=e1d12487-a87d-41d7-baa7-c6a8512078aa).

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24.08.2018

Hattrick

Trailer "Kicker Talents"

07.11.2018

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten! In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 366 Mal im Netz, was im Schnitt ziemlich genau 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der überragende FC Kölliken zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter lauern aber 4 Teams innerhalb von 3 Zählern auf Ausrutscher der Kölliker – mitten im «Konzert der Grossen» spielt auch der verblüffende Aufsteiger aus Niederwil mit! Auch um den ominösen Strich liegt weiter alles ziemlich nahe beisammen. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur Hinrunde aus?
Meine persönliche Bilanz fällt aus sportlicher Sicht äusserst positiv aus. Ich konnte sehr vielen spannenden und hochstehenden Spielen beiwohnen. Für mich ist es zudem stets wichtig, dass die Spieler gesund durch die Saison kommen und dies ist bis auf wenige Ausnahmen auch den meisten gelungen. In der abgelaufenen Vorrunde hat uns natürlich auch der Wettergott in die Karten gespielt! Für jeden Fussballer ist es schöner, bei guten Terrainverhältnissen spielen und trainieren zu können und auch für uns Zuschauer ist es kein Nachteil (schmunzelt).

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Für viele Experten ist die Tabellenführung des FC Kölliken möglicherweise gar keine grosse Überraschung, da sich die Mannschaft mit «grossen Namen» verstärkt hat. Wer jedoch selber mal Spieler oder Trainer war, weiss, dass Namen alleine noch keine Garantie für Erfolg sind und es enorm wichtig ist, solche Spieler auch führen zu können. Dies macht Marco Wüst offenbar richtig gut, denn das gute Abschneiden dieser Vorrunde nur mit der hohen Qualität der Einzelspieler zu erklären ist mir dann doch zu einfach. Persönlich habe ich jedes Team mindestens zweimal spielen sehen und mir haben vor allem der FC Mutschellen und der FC Niederwil imponiert. In beiden Fällen zeigt sich eindrücklich, dass sich Kontinuität irgendwann mal auszahlt und deshalb kommen für mich die guten Leistungen dieser beiden Vereine keinesfalls überraschend. Doch etwas überraschend ist für mich die Spielweise von Suhr: Sie spielen möglicherweise den attraktivsten Fussball und hätten sie nicht einige klare Führungen zum Schluss noch aus der Hand gegeben, so wäre der Abstand zur Spitze viel kleiner. Für mich ist es zudem eine Überraschung, dass von den fünf Erstplatzierten in der Meisterschaft mit dem FC Klingnau nur ein Team im Viertelfinal des Axpo Aargauer Cups überwintern kann.                                                                        

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Natürlich wünscht man sich als WK-Präsident immer wieder Spannung an der Spitze und auch am ominösen Strich, doch für mich ist es viel wichtiger, dass die Spiele fair und ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen. Dafür verantwortlich sind wir Verbands-Funktionäre, die Schiedsrichter und in erster Linie die Akteure auf und neben dem Spielfeld. Hier wünsche ich mir vonseiten der Spieler und Trainer, trotz allen Emotionen, etwas mehr Gelassenheit und Verständnis gegenüber den Schiedsrichtern. Einige werden sich jetzt wohl denken: «Der Granzotto war ja als Spieler und Trainer auch nicht immer ein Heiliger und jetzt redet er solches Zeugs!» Jene haben vielleicht gar nicht mal ganz so unrecht, und doch betrachte ich das Ganze heute halt aus einer etwas anderen Optik. Schlussendlich sitzen wir aber alle im selben Boot und deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen wieder mit etwas mehr Respekt miteinander umgehen würden… Nicht nur im Fussball!

12.09.2018

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19.08.2014

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27.05.2014

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