Aargauischer Fussballverband

«Bin stolz, als U20-Nationaltrainer nach Baden zurückzukommen»

Am nächsten Donnerstag trifft das Schweizer U20-Nationalteam in Baden auf die Niederlande. Cheftrainer Francesco Gabriele spricht im Interview mit dem AFV über das Kräftemessen mit der «Oranje», die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte und seine Ziele mit der U20.

Francesco Gabriele trainierte 2012 den FC Baden und holte im Schnitt über 2,5 Punkte pro Spiel

Seit vergangenem Juli ist Gabriele Cheftrainer der jungen Schweizer Talente. Der 40-Jährige hat sich im Schweizer Fussball und beim Schweizerischen Fussballverband in den letzten zehn Jahren einen ausgezeichneten Namen als Trainer, Ausbildner und Förderer im Nachwuchs-Fussball gemacht. Unter anderem war der gebürtige Italiener Cheftrainer beim FC Baden, bei der AC Bellinzona, bei Lausanne, Wil, Wohlen sowie Co-Trainer unter Urs Fischer beim Super-Ligisten Thun. Darüber hinaus hatte Gabriele regelmässig und in verschiedenen Funktionen beim SFV im Zusammenhang mit den Elite-Runden der Schweizer U-17 und U-19-Teams gearbeitet, ehe er in diesem Sommer die U20 übernahm. 

Francesco Gabriele, das Länderspiel im Stadion Esp ist für Sie auch eine Rückkehr an Ihre alte Wirkungsstätte. Was haben Sie für Erinnerungen an Ihre Zeit als Cheftrainer beim FC Baden?
Ich verbinde äusserst positive Emotionen mit dem FC Baden. Bereits als Spieler kurz vor der Jahrtausendwende war ich für den FC Baden aktiv gewesen, ehe ich 2012 dann als Cheftrainer aufs Esp zurückkehrte. Es war meine erste Trainerstation im Profifussball, die Erinnerung daran ruft natürlich schon spezielle Gefühle hervor, umso mehr, da meine Zeit in Baden sehr erfolgreich verlaufen war (2,6 Punkte pro Spiel im Schnitt, Anm.d.Red.). In dieser Zeit haben sich gewisse Freundschaften entwickelt, die heute noch Bestand haben. Daher freue ich mich sehr auf das schmucke Stadion Esp und den Staff des FC Baden – es erfüllt mich mit Stolz, dass ich als U20-Nationaltrainer der Schweiz zurückkehren darf. Grundsätzlich geht es ja um alles andere als um mich, doch tief in mir drin werde ich es sehr geniessen.

Die Niederländer haben zuletzt Polen und England deutlich bezwungen und Deutschland ein Remis abgetrotzt. Was erwarten Sie für eine Partie? 
Derzeit ist die Niederlande der Tabellenführer der Anfang 2017 ins Leben gerufenen «Elite League», was sicher kein Zufall ist. In den letzten Jahren fand in den Niederlanden ein gewisses Umdenken statt, vor allem auch, weil die Erfolge der A-Nationalmannschaft ausblieben. Ich habe diese Mannschaft schon ein paar Mal beobachtet und muss sagen: Das ist eine qualitativ sehr gute Mannschaft, auf jeder Position mit technisch und physisch hervorragenden Fussballern bestückt. Von jenen U20-Mannschaften, die ich bis anhin gesehen haben, ist die Niederlande die kompletteste. Nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, dass auch wir zu unseren Chancen kommen werden.

Mit Mats Hammerich, Martin Liechti (beide FC Aarau), Dominik Schmid (FC Lausanne-Sport), und Kastrijot Ndau (FC Zürich) stehen auch 4 Aargauer im Kader. Wie beurteilen Sie diese 4 Talente?
Martin Liechti ist zum allerersten Mal bei mir dabei, das hat er sich durch gute Leistungen beim FC Aarau verdient. Ich sehe in ihm ein technisch begabter Spieler, auch wenn die Situation im Verein wie auch für Mats Hammerich für junge Spieler nicht ganz einfach ist. Handkehrum bietet die Nationalmannschaft auch die Möglichkeit, den Liga-Alltag etwas auszublenden und den Kopf frei zu kriegen. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass Mats Hammerich bei uns in den letzten Spielen hervorragende Leistungen zeigte und sich wirklich profilieren konnte. Dominik Schmid kommt bei Lausanne leider nicht so oft zum Zug, das ist für einen jungen Spieler nie einfach, aber auch er hat enormes Potenzial. Kastrijot Ndau hat den Sprung in den Profikader des FC Zürich leider noch nicht geschafft, ist aber auf einem guten Weg und zeigt regelmässig gute Leistungen in der FCZ-U21 in der 1. Liga Promotion. Aufgrund seiner Aggressivität und Entschlossenheit kann er für jede Mannschaft extrem wertvoll sein, ihn habe ich schon länger auf dem Radar und seine Entwicklung ist äusserst positiv. 

Welche Ziele verfolgen Sie in naher Zukunft mit Ihrer Mannschaft?
Durch sich häufig ändernde Bedingungen hatte ich in den letzten drei Zusammenzügen nie das gleiche Kader zur Verfügung. Für mich ist das eine grosse Herausforderung, aber vor allem äusserst spannend, da ich immer wieder neue Spieler weiterbringen kann. Ein Ziel von uns ist sicherlich, stets mit den Besten mitzuhalten, auch wenn uns bewusst ist, dass wir im Gegensatz zu anderen Verbänden nicht dasselbe Spielerarsenal zur Verfügung haben. Weiter setzen wir uns zum Ziel, unseren Spielern eine Plattform zu bieten, wo sie sich im internationalen Schaufenster präsentieren können,  

Wie steht die aktuelle Nachwuchsarbeit des SFV im internationalen Vergleich da?
Wir sind auf einem sehr guten Weg, das zeigen auch die Resultate. Unser übergeordnetes Ziel ist es, regelmässig Spieler in die A-Nationalmannschaft zu bringen und ich denke, da haben wir in den letzten Jahren sehr gute Arbeit geleistet. Wenn wir die Jahrgänge 1995-1997 betrachten, haben relativ viele Talente den Sprung in die A-Nati geschafft, die heute auch bei grossen Clubs unter Vertrag sind, beispielsweise Breel Embolo, Albian Ajeti, Nico Elvedi, Denis Zakarija oder Djibril Sow. Aufgrund dessen stehen wir eigentlich relativ gut da, auch wenn wir im internationalen Vergleich natürlich sehr wenige Titel gewonnen haben. Weltmeistertitel wie 2009 oder Europameistertitel wie 2002 unserer U-17-Auswahl bleiben die ganz grosse Ausnahme und man kann sie nicht einfach so einplanen.

Welche Träume haben Sie in Ihrer Trainerkarriere noch?
Irgendwann entwickelt man gewisse Träume und man beginnt, diese mit einer gewissen Leidenschaft zu verfolgen – Träume werden zu Zielen. Ich habe nun bewusst den Weg über den Verband gewählt, damit ich die nächsten Schritte machen und internationale Erfahrung sammeln kann. Momentan sehe ich meine Zukunft als U20-Nationaltrainer, aber es ist klar, dass ich irgendwann den nächsten Schritt machen möchte, sei es bei einem Verein oder aber verbandsintern. Ich fühle mich momentan in meiner Rolle sehr wohl und kann sehr viel profitieren. (JMA)
 

Die Trainerstationen von Francesco Gabriele

 Trainerstation  Von  Bis
 Schweiz U20  01.07.2018  -
 Schweiz U19  01.07.2017  30.06.2018
 FC Wohlen  07.09.2016  30.06.2017
 FC Wil  05.11.2014  23.05.2015
 Lausanne-Sport  01.07.2014  08.10.2014
 FC Thun (Co-Trainer)  01.07.2013  30.06.2014
 AC Bellinzona  01.09.2012  07.12.2012
 FC Baden  01.01.2012  30.08.2012
 Team Aargau U18  30.06.2009  01.01.2012

 

Kaderliste für das Spiel gegen die Niederlande

U20 Elite League: Spiele, Infos und Tabelle

Die U20 vor dem 1:0-Sieg über Polen in Montreux im Rahmen der "Elite League" Anfang September.

 

 

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16.04.2019

Giuseppe Aversa (FC Oftringen)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Der FC Oftringen hat einen Lauf: In den ersten 4 Partien der laufenden Rückrunde hat man bereits gleich viele Punkte gesammelt wie zuvor in allen 13 Vorrunden-Spielen zusammen, nämlich deren 8. Mit 16 Punkten auf dem Konto haben die Westaargauer mittlerweile zu den Mannschaften über dem Strich aufgeschlossen. Im Rahmen der «drei ???» spricht Trainer Giuseppe Aversa über den Aufschwung seines Teams, seinen Sohn Loris und wie man trotz des aktuellen Höhenflugs nicht abheben möchte.

1. Giuseppe Aversa, Ihrem Team läuft es 2019 richtig rund – was hat sich im Vergleich zur Vorrunde verändert?
Nach der unbefriedigenden Vorrunde gab es für uns keine Zweifel, dass im Winter Veränderungen von Nöten sein werden. Die Teamzusammensetzung und auch die Stimmung innerhalb der Gruppe war nicht mehr optimal, hie und da gab es sogar ‘böses Blut’. Deshalb haben wir einen Schnitt gemacht und uns von einigen Spielern getrennt, da wir bewusst nur noch auf solche setzen wollten, die sich zu 100 Prozent mit dem FC Oftringen identifizieren. Zudem haben wir unsere Trainingsformen etwas angepasst, was sich momentan ausbezahlt. Es sind jedoch erst 4 Partien gespielt, die ‘harten Brocken’ stehen uns erst noch bevor.

2. Ihr Sohn Loris hat beim 3:1 gegen Niederwil den letzten und vorentscheidenden Treffer beigesteuert, es war sein 1. Saisontor – wie ist es, wenn man den eigenen Sohnemann im Team hat?
Dieser Umstand ist doch sehr speziell, zumal Loris bereits vor mir unter dem damaligen Trainer Hansruedi Birrer Einsätze in der 1. Mannschaft hatte, ich stiess dann ein Jahr später dazu. Als Trainer muss man schon aufpassen, dass man mit dem eigenen Sohn nicht härter ins Gericht geht als mit anderen Spielern. Sie wundern sich nun bestimmt, da für Sie wie für viele andere die Gefahr grösser zu sein scheint, dass man den Junior besser als andere behandelt. Bei mir ist das Gegenteil der Fall, ich muss mich eher zügeln, damit ich von ihm nicht zu viel fordere. Aber in der Tat ist es eine Herausforderung für einen Vater, man sieht auch oft, dass gewisse Trainersöhne als Captain die Nummer 10 tragen und bevorzugt werden. Aber wie gesagt, meine Tendenz geht in die diametral andere Richtung. Das sieht man beispielsweise rein an seinen Spielminuten, die er erhält. Gegen Niederwil stand er aufgrund unserer aktuellen personellen Situation in der Startelf und hat seine Sache durchaus ansprechend gemacht.

3. Am Mittwoch kommt es zum Direktduell im Abstiegskampf gegen Frick. Wie wollen Sie verhindern, dass ihre Mannschaft nach den jüngsten Erfolgen abhebt?
Wir versuchen, den Jungs klar zu machen, dass sie jedes vergangene Spiel umgehend wieder vergessen und sich auf die nächste Partie fokussieren sollen. Unser Kader ist aufgrund der eingangs erwähnten Gründen bewusst nicht mehr so breit wie in der Vorrunde und doch rotieren wir immer mal wieder, um frisches Blut reinzubringen. Das hat bis anhin ganz gut geklappt und wir hoffen natürlich, dass wir unseren Lauf fortsetzen können.

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