Aargauischer Fussballverband

"Eine EM oder WM bleibt nach wie vor mein Ziel"

Am Mittwoch erzielte Silvan Widmer sein erstes Tor im Dress des FC Basel. Der AFV traf den Würenloser Nationalspieler zum Interview und sprach mit ihm über Heimatgefühle, den schwierigen Start beim FCB und über seinen Ausbildungsverein FC Aarau.


Hallo Silvan. Wie geht es dir?
Danke, es geht mir gut. Ich benötigte ein wenig Anlaufzeit, im Sommer war ich konditionell noch nicht auf dem Stand, auf dem ich sein wollte. Jetzt fühle ich mich aber topfit.

Du hast uns mit einer unregelmässigen AFV-Kolumne „Lettera da Udine“ in den letzten 5 Jahren beglückt und immer wieder spannende Einblicke aus deiner Zeit bei Udinese gegeben – wie wichtig ist dir der Bezug zur Heimat?
Sehr wichtig. Mir war immer klar, dass ich am Ende meiner Karriere in die Schweiz zurückkehren werde. Die Schweiz ist meine Heimat, das wird sich nie ändern. Mein persönliches Umfeld und meine Familie sind mir sehr wichtig. Wann immer es mir möglich war, kehrte ich in die Schweiz zurück.

Welches sind die grössten Unterschiede zwischen Udinese Calcio und dem FC Basel?
Von der Grösse her sind die beiden Vereine ähnlich, der FC Basel ist wohl noch etwas die grössere Nummer. Von der Professionaliät her ebenfalls, Udinese ist in der Serie A sehr professionell, der FCB in der Schweiz natürlich top. Der grösste Unterschied ist wohl die Erwartungshaltung, in Italien habe ich bei einem mittelgrossen Verein gespielt, wo das Ziel jeweils der Ligaerhalt war, allenfalls wurden mal die „Top 10“ avisiert. Hier beim FCB sind die Erwartungen deutlich höher und klarer, hier geht es darum, Titel zu holen. Dieser Umstand reizte mich auch sehr, im Sommer einen Wechsel zu tätigen. Nach fünf Jahren im Mittelfeld herum zu „dümpeln“ wollte ich zu einem Verein wechseln, der etwas gewinnen will und der um Titel kämpft.

Der FCB war in den vergangenen Jahren äusserst erfolgsverwöhnt. In der aktuellen Saison läuft nicht alles wie gewünscht. Wie erlebst du diese sportlich schwierige Phase?
Ich war mir sportlich schwierigere Situationen gewohnt bei Udinese. Ich habe das Gefühl, dass man sich dies in Basel nicht so gewohnt ist. Ich spüre, dass viele Leute nach Lösungen suchen, alle wollen den Karren aus dem Dreck ziehen, was positiv ist. Nur ist es halt nicht so einfach, die richtigen Hebel anzusetzen, es gibt verschiedene Dinge, die wir verbessern müssen. Das Wichtigste ist, dass alle an einem Strick ziehen und gewillt sind, auf die Erfolgsspur zurückzukommen. Mit dieser Einstellung wird uns das auch gelingen.

In der Schweizer Nationalmannschaft herrscht viel Konkurrenz auf der Position des Rechtsverteidigers. Ist das für dich eher mühsam oder leistungsfördernd?
Ich denke allgemein, dass Konkurrenz gut und förderlich ist. In der Nati ist es aber etwas eine andere Situation, weil es bei dieser starken Konkurrenz oft vorkommt, dass man nicht dabei ist bei einem Zusammenzug, was bei mir leider die letzten Male der Fall war. Natürlich ist das jedes Mal eine leise Enttäuschung, weil ich gewillt bin, mich zu beweisen und zu zeigen, dass ich auf diesem Niveau mithalten kann. Ich versuche, die Enttäuschung in positive Energie umzuwandeln. Für mich ist klar, dass Nati-Aufgebote auf guten Leistungen im Klub basieren, deshalb fokussiere ich mich voll und ganz auf meine Spiele im FCB-Dress.

Im Hinterkopf bleiben demnach Zielsetzungen wie die Nations League oder die EM 2020 bestehen?
Klar, ich denke dies ist ein zusätzlicher Ansporn, gute Leistungen zu zeigen. Es bleibt nach wie vor ein Ziel, mit der Schweizer Nati eine EM- oder WM-Endrunde zu erreichen und zu bestreiten.

Verfolgst du den Aargauer Fussball?
Sicher, ich habe noch ein paar Kollegen, die beim FC Aarau spielen. Zu ihnen pflege ich regelmässigen Kontakt. Ich verfolge hauptsächlich den FCA, da es mein Ex-Verein ist. Im Sommer schaute ich mir beispielsweise das Testspiel gegen GC an. Schade ist, dass es nur noch einen Profiklub gibt im Kanton Aargau. Ich hoffe, dass früher oder später der eine oder andere Verein nachrücken kann.

Schmerzt die missliche Lage bei deinem ehemaligen Ausbildungsverein FC Aarau?
Natürlich, das tut weh. Ich habe mich kürzlich mit Sportchef Sandro Burki ausgetauscht, er ist ebenfalls unzufrieden und leidet unter der aktuellen Situation. Ähnlich wie beim FCB passen einige Sachen derzeit nicht zusammen. Ich hoffe, dass Aarau aus diesem Tief herausfindet und bin mir sicher, dass die Qualität der Mannschaft dazu vorhanden ist. (HHU)


Der Schweizer Nationalspieler Silvan Widmer bei der Lektüre des HATTRICK-Magazins.

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24.08.2018

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07.11.2018

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten! In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 366 Mal im Netz, was im Schnitt ziemlich genau 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der überragende FC Kölliken zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter lauern aber 4 Teams innerhalb von 3 Zählern auf Ausrutscher der Kölliker – mitten im «Konzert der Grossen» spielt auch der verblüffende Aufsteiger aus Niederwil mit! Auch um den ominösen Strich liegt weiter alles ziemlich nahe beisammen. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur Hinrunde aus?
Meine persönliche Bilanz fällt aus sportlicher Sicht äusserst positiv aus. Ich konnte sehr vielen spannenden und hochstehenden Spielen beiwohnen. Für mich ist es zudem stets wichtig, dass die Spieler gesund durch die Saison kommen und dies ist bis auf wenige Ausnahmen auch den meisten gelungen. In der abgelaufenen Vorrunde hat uns natürlich auch der Wettergott in die Karten gespielt! Für jeden Fussballer ist es schöner, bei guten Terrainverhältnissen spielen und trainieren zu können und auch für uns Zuschauer ist es kein Nachteil (schmunzelt).

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Für viele Experten ist die Tabellenführung des FC Kölliken möglicherweise gar keine grosse Überraschung, da sich die Mannschaft mit «grossen Namen» verstärkt hat. Wer jedoch selber mal Spieler oder Trainer war, weiss, dass Namen alleine noch keine Garantie für Erfolg sind und es enorm wichtig ist, solche Spieler auch führen zu können. Dies macht Marco Wüst offenbar richtig gut, denn das gute Abschneiden dieser Vorrunde nur mit der hohen Qualität der Einzelspieler zu erklären ist mir dann doch zu einfach. Persönlich habe ich jedes Team mindestens zweimal spielen sehen und mir haben vor allem der FC Mutschellen und der FC Niederwil imponiert. In beiden Fällen zeigt sich eindrücklich, dass sich Kontinuität irgendwann mal auszahlt und deshalb kommen für mich die guten Leistungen dieser beiden Vereine keinesfalls überraschend. Doch etwas überraschend ist für mich die Spielweise von Suhr: Sie spielen möglicherweise den attraktivsten Fussball und hätten sie nicht einige klare Führungen zum Schluss noch aus der Hand gegeben, so wäre der Abstand zur Spitze viel kleiner. Für mich ist es zudem eine Überraschung, dass von den fünf Erstplatzierten in der Meisterschaft mit dem FC Klingnau nur ein Team im Viertelfinal des Axpo Aargauer Cups überwintern kann.                                                                        

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Natürlich wünscht man sich als WK-Präsident immer wieder Spannung an der Spitze und auch am ominösen Strich, doch für mich ist es viel wichtiger, dass die Spiele fair und ohne Zwischenfälle über die Bühne gehen. Dafür verantwortlich sind wir Verbands-Funktionäre, die Schiedsrichter und in erster Linie die Akteure auf und neben dem Spielfeld. Hier wünsche ich mir vonseiten der Spieler und Trainer, trotz allen Emotionen, etwas mehr Gelassenheit und Verständnis gegenüber den Schiedsrichtern. Einige werden sich jetzt wohl denken: «Der Granzotto war ja als Spieler und Trainer auch nicht immer ein Heiliger und jetzt redet er solches Zeugs!» Jene haben vielleicht gar nicht mal ganz so unrecht, und doch betrachte ich das Ganze heute halt aus einer etwas anderen Optik. Schlussendlich sitzen wir aber alle im selben Boot und deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen wieder mit etwas mehr Respekt miteinander umgehen würden… Nicht nur im Fussball!

12.09.2018

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